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Zürcher Bauern hoffen auf Regen: «Die nächsten zehn Tage sind entscheidend»

Trockenheit

Zürcher Bauern hoffen auf Regen: «Die nächsten zehn Tage sind entscheidend»

· Online seit 19.07.2023, 10:40 Uhr
Die Trockenheit des Sommers macht sich in der Schweiz bemerkbar. Das Gras auf den Wiesen verdorrt, die Wasserstände der Flüsse sinken und im Wallis brennt der Wald. Wie ist die Lage im Kanton Zürich?
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Die Trockenheit geht auch am Kanton Zürich nicht spurlos vorüber, kritisch ist die Situation aber noch nicht. So lässt sich die Lage zusammenfassen – Stand Mitte Juli. Die Waldbrandgefahr wird von den Zürcher Behörden zurzeit als erheblich eingestuft. Die Flüsse und Bäche führen im ganzen Kanton wenig Wasser.

Gewitter entschärfen Lage

Dass die Feuergefahr nicht höher liegt, ist den sporadischen Niederschlägen und den Kaltfronten zu verdanken, die in diesem Sommer immer wieder über die Schweiz ziehen. Beides konnte die zwischenzeitlich heissen und trockenen Phasen kompensieren, wie die kantonale Baudirektion auf Anfrage von ZüriToday sagt.

Entwarnung gibt der Kanton allerdings nicht. Das Feuern im Wald oder in Waldesnähe sei möglichst zu unterlassen. Wer trotzdem Bröteln möchte, solle dabei besonders vorsichtig sein. Um die Waldbrandgefahr längerfristig zu senken, wäre eine feuchte Wetterlage notwendig, also mehrere Tage mit verbreiteten Niederschlägen und kühleren Temperaturen.

Kein Feuerverbot geplant

Auch die niedrigen Wasserstände hatten schon Konsequenzen. Die Fischerei- und Jagdverwaltung musste vereinzelte Gewässerabschnitte abfischen. Betroffen war vor allem die Töss, die fast jedes Jahr stellenweise austrocknet. Durch die regelmässigen Gewitterregen liegen Flüsse und Bäche aber eher vereinzelt trocken. Und nicht flächendeckend wie letztes Jahr. Die Trinkwasserversorgung im Kanton Zürich sei sichergestellt.

Wegen der langanhaltenden Trockenheit musste die Stadt Zürich im Sommer 2022 Bäume fällen. Rund ein Viertel der Fichten auf dem Friedhof Sihlfeld wurde abgeholzt. Die Rottannen waren vom Borkenkäfer befallen:

Quelle: Beitrag vom 24. August 2022 / TeleZüri

Der kantonale Forstdienst beobachte die Situation aufmerksam und beurteile die Waldbrandgefahr regelmässig neu, heisst es bei der Baudirektion weiter. Bei Bedarf werde man mit einer Herauf- oder Herabsetzung der Waldbrandgefahrenstufe und entsprechenden Massnahmen reagieren. Vor einem guten Jahr hatte der Kanton Zürich wegen der anhaltenden Trockenheit ein Feuerverbot verhängt. Ein solches Verbot ist aktuell noch kein Thema.

Landwirtschaft unterschiedlich stark betroffen

Auch in der Landwirtschaft merkt man die Trockenheit. Im Vergleich mit früheren Jahren sei die Situation aber entschärft, sagt Ferdi Hodel, Geschäftsführer des Zürcher Bauernverbands (ZBV). Es komme immer wieder zu Regenschauern und eine längere Trockenperiode sei bislang ausgeblieben.

Die Zürcher Bäuerinnen und Bauern seien von der aktuellen Wetterlage unterschiedlich betroffen, so Hodel weiter. Besonders sei der Wassermangel beim Anbau von Mais und Zuckerrüben sowie bei den Futterpflanzen für Nutztiere zu spüren. Wie gut die Landwirtschaft den Sommer 2023 überstehen wird, werde sich in naher Zukunft zeigen: «Die nächsten zehn Tage sind entscheidend.»

Sommerlich warm, aber nicht superheiss

Wie wird sich das Wetter in den kommenden Tagen auf die Trockenheit auswirken? Laut Prognose von MeteoNews ist von Mittwoch bis Dienstag mit vereinzelten Regenfällen zu rechnen. Dabei kann es auch zu heftigen Gewitter mit Sturmböen und Hagel kommen. Nachdem es in der letzten Woche sehr heiss war, sind die Temperaturen in dieser Woche zwar sommerlich und recht schwül, die 30-Grad-Marke wird aber voraussichtlich nicht mehr erreicht.

Die zum Teil auch kräftigen Schauer sind aus Sicht der regional recht grossen Trockenheit willkommen. Für eine wirkliche Entschärfung der Lage braucht es laut Wetterdienst aber länger anhaltende Niederschläge. «Wir wünschen uns mindestens sechs Stunden Regen», sagt auch ZBV-Geschäftsführer Ferdi Hodel. Erst ein solcher Landregen würde Wasser in einem Ausmass mit sich bringen, dass es die Zürcher Böden auch aufnehmen können.

(osc)

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veröffentlicht: 19. Juli 2023 10:40
aktualisiert: 19. Juli 2023 10:40
Quelle: ZüriToday

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