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Wespennest am Fenster? Das kannst du tun

Unliebsamer Besuch

Wespennest am Fenster? Das kannst du tun

05.06.2022, 08:13 Uhr
· Online seit 29.05.2022, 11:54 Uhr
Im Frühling erwachen Bienen und Wespen aus ihrem Winterschlaf. Nicht selten findet man in dieser Jahreszeit Nester am Fenster oder der eigenen Hausfassade. Hier erfährst du, wie du Bienen von Wespen unterscheiden kannst und was du tun kannst, wenn du ein solches Nest entdeckst.
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Seit einigen Wochen verwöhnt uns das Wetter mit hohen Temperaturen. Das lockt nicht nur uns Menschen aus unseren Häusern, sondern auch die Tiere. Bienen und Wespen sind aus dem Winterschlaf erwacht und ausgeschwirrt. Dabei kann es passieren, dass man plötzlich ein Nest an der Hausfassade oder am Fenster entdeckt. Doch bevor man sich an die Entfernung oder gar die Vernichtung des Nestes macht, sollte man folgende Dinge wissen.

Um welches Tier handelt es sich?

Zunächst muss man zwischen Wespen, Bienen, Hornissen und Hummeln unterscheiden können.

Welche Tiere bauen Nester?

Wichtig ist auch zu wissen, dass nicht jede Art Nester baut. Wespen, Hornissen und Hummeln bilden kleine Staaten mit 500 bis etwa 2000 Tieren und haben eine Königin.

«Wenn die Honigbienen schwärmen und sich selber vermehren, teilt sich das Muttervolk. Die alte Königin fliegt mit einem Teil des Volkes bis zirka 30'000 Bienen aus und sucht sich ein neues Zuhause. Wird der Schwarm vom Imker nicht eingefangen, kann es passieren, dass die sich ein Zuhause in einer Hausfassade aussuchen», erklärt Hans-Peter Hagmann, Präsident des Imkerverbands St.Gallen-Appenzell.

Die meisten Wildbienen-Arten leben solitär. Sie sind es auch, die an Fenstern nisten. «Wildbienen nutzen erstaunlicherweise jeden Hohlraum und sorgen so für Nachwuchs auf kleinstem Raum», sagt Hagmann. Da Wildbienen nicht stechen, sind sie auch nicht gefährlich.

Laut Hans-Peter Hagmann verursachen Wespen und Hornissen die meisten Probleme, vor allem da sie stechen können. Sie nisten gerne in Hohlräumen in Fassaden oder hinter Fensterläden.

Hummeln nisten in der Regel in kleinen Erdhöhlen in Wiesen, ernähren sich von Nektar und Pollen, genau wie Wild- und Honigbienen.

Wie kann ich die Nester unterscheiden?

Ein Bienennest besteht aus senkrechten Wabenplatten aus Wachs, die wiederum in sechseckige Zellen aufgeteilt sind. Hier werden die Pollen und der Honig gelagert sowie der Nachwuchs grossgezogen.

Ein Wespennest sieht meist so aus, als sei es aus grauer Pappmaché gebaut. Unregelmässige Strukturen «winden» sich um die Aussenhaut. Je nach Baumaterial kann die Farbe von milchig grau bis graubraun variieren. Es gibt kleine Nester in Grösse eines Golfballs, aber im Durchschnitt erreichen Wespennester die Grösse von ein bis zwei Fussbällen.

Ich entdecke ein Nest, was muss ich tun?

Wenn es sich um ein Bienennest handelt, ist Vorsicht geboten. «Alle Bienen-Arten sind für die Natur sehr wichtig, weshalb man sich überlegen sollte, wie man damit umgeht», so Hagmann.

Das Umsiedeln von Bienennestern ist in der Regel kostenlos. Über die Kantonspolizei kann man sich einen Imker vermitteln lassen. Die Feuerwehr unterstützt, wenn nötig, den Imker mit Material und verrechnet dafür eine Pauschale von 100 Franken pro Einsatz.

Im Gegensatz zu Bienen gelten Wespen und Hornissen als Schädlinge. Trotzdem haben sie ihre Daseinsberechtigung, findet Hans-Peter Hagmann, Präsident des Imkerverbands St.Gallen-Appenzell: «Auch Wespen und Hornissen sollten nicht vernichtet werden, da sie sehr nützlich sind. Sie ernähren sich gerne von Mücken, Fliegen und anderen Plagegeistern.»

Wie halte ich Wespen von meinem Haus fern?

veröffentlicht: 29. Mai 2022 11:54
aktualisiert: 5. Juni 2022 08:13
Quelle: ZüriToday

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