Jugendgewalt

Silvester-Chaoten auch in der Schweiz? Das sagt Jacqueline Fehr

5. Januar 2023, 11:06 Uhr
Die Zürcher Justizdirektorin kann sich in der Schweiz keine Krawalle wie an Silvester in Berlin vorstellen. Herausforderungen sieht Fehr an anderer Stelle.
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Es waren Szenen, die für Aufsehen sorgten: In mehreren deutschen Städten waren Polizei- und Rettungskräfte in der Silvesternacht bei ihrer Arbeit behindert sowie mit Böllern und Raketen beschossen worden. Besonders viele brutale Attacken erlebten Polizei und Feuerwehr in Berlin. Im Nachgang meldete sich gar die deutsche Regierung und verurteilte die Angriffe auf Polizei und Rettungskräfte scharf.

Sind solche Szenen auch in Zürich vorstellbar? «20 Minuten» fragte dies die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP). Im Interview sagt sie, sie hätte keine Anzeichen, die darauf hindeuten, dass die Ausschreitungen in diesem Ausmass auch hierzulande ein Thema sein könnten: «In der Schweiz gibt es viel weniger Jugendliche, die ohne Arbeit und Perspektiven herumhängen.» Allerdings sieht Fehr Warnzeichen durch jüngste Ereignisse, wie Pöbeleien durch Jugendliche in Seebach oder am Bellevue. Diese müsse man ernst nehmen.

Fehr sorgt sich eher um die zunehmende Aggression gegenüber Beamten durch Erwachsene, wie Teilnehmende an Demonstrationen gegen die Corona-Massnahmen in den vergangenen Jahren. Auch stelle die wachsende Anzahl junger Männer aus Afghanistan den Kanton Zürich vor Herausforderungen. «Um zu überleben, haben sich viele von ihnen auf der Flucht Verhaltensweisen antrainiert, die mit unseren Rechtsnormen kollidieren», so Fehr.

(lol)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 5. Januar 2023 10:34
aktualisiert: 5. Januar 2023 11:06