Zürich
Kanton Zürich

Sekundarschule sagt «Gendertag» aus Sicherheitsgründen ab

Stäfa

Sekundarschule sagt «Gendertag» aus Sicherheitsgründen ab

11.05.2023, 17:00 Uhr
· Online seit 11.05.2023, 16:17 Uhr
Nach heftigen Reaktionen auf einen Projekttag an der Sekundarschule Stäfa zieht die Gemeindeverwaltung die Reissleine: Wegen Sicherheitsbedenken wird der Tag nicht stattfinden.

Quelle: TeleZüri / Beitrag vom 10. Mai 2023

Anzeige

Der geplante Gender-Tag für Schülerinnen und Schüler der zweite Sekundarstufe der Schule Stäfa sorgte für heftige Reaktionen. Am Donnerstagnachmittag meldet sich nun die Stäfner Gemeinde in einer Mitteilung, dass sie den Projekttag definitiv absagt.

«Ein Stich ins Wespennest»

So heisst es, dass bei dem Thema «vieles vermischt und sehr emotional falsch aus dem Zusammenhang gegriffen» werde. Die Schule habe somit auch darauf reagiert, dass der Tag massiv gestört werden könnte.

«Zum Schutz von Mitarbeitenden und Jugendlichen sagt die Schule Stäfa den Tag deshalb in Absprache mit der Polizei, der Gemeindeführung und den internen Fachstellen ab. Der Unterricht findet normal gemäss Regel-Stundenplan statt», so die Mitteilung.

Es sei ein Stich ins Wespennest gewesen, sagt Schulpräsidentin Daniela Bahnmüller gegenüber ZüriToday. Man habe einsehen müssen, dass man den Tag so nicht durchführen könne. «Wir haben gemerkt, dass wir aufgrund der heftigen Reaktionen den sicheren Ablauf dieses Tages nicht mehr gewährleisten können.»

Auf verschiedenen Plattformen sei dazu aufgerufen worden, sich am besagten Tag vor der Schule zu versammeln. «Wir können die Jugendlichen und Mitarbeitenden nicht etwas aussetzen, dass ihnen schlussendlich nicht guttut.» Es habe verbale, persönliche Attacken gegeben, welche die Schulpräsidentin aufs Schärfste verurteilt.

Missverständnisse entstanden

Gleichwohl sei der Schule Stäfa wichtig, nochmals offen und sachlich darzulegen, was mit dem Tag bezweckt werden sollte – und was nicht. Der Begriff «Gender-Tag» und die verwendeten Sternchen und Symbole hätten für Missverständnis gesorgt. Umso wichtiger sei es zu betonen, dass die Schule den Jugendlichen keine Meinung aufdrücken wolle.

Es gehe vielmehr um einen «offenen Austausch und einen Dialog über gesellschaftliche Rollenbilder, über Stereotypen, Sexualität und Beziehungen». Dies seien alles Themen, die auch im Lehrplan 21 vorgegeben sind.

Fortsetzung wird jetzt entwickelt

Der Tag sollte Fachwissen vermitteln und die Jugendlichen ermutigen, eigene Normen und Werte zu reflektieren und offen über Geschlechtsidentität und Sexualität zu diskutieren. «Nicht zuletzt sollte der Tag die Jugendlichen stärken und so zum Schutz vor sexuellem Missbrauch beitragen», heisst es weiter.

Wie das abgesagte Format langfristig entwickelt wird, prüfe die Schule Stäfa nun mit dem Ziel, wieder einen Rahmen für diese Themen zu schaffen, der offenen Austausch zulasse.

Scan den QR-Code

Du willst keine News mehr verpassen? Hol dir die Today-App.

veröffentlicht: 11. Mai 2023 16:17
aktualisiert: 11. Mai 2023 17:00
Quelle: ZüriToday

Anzeige
Anzeige
zueritoday@chmedia.ch