Betrug

Schweizer kauft sich Luxusboliden mit Corona-Kredit und muss ins Gefängnis

13. Mai 2022, 15:27 Uhr
Notleidente Fimen sollten während der Corona-Pandemie von zinslosen Krediten profitieren können, um ihre Unternehmen zu retten. Ein 62-jähriger Schweizer steckte 500'000 Franken eines ebensolchen Kredits aber nicht in sein Geschäft, sondern in die eigene Tasche.
Statt den Corona-Kredit in seine Firma zu investieren, kaufte sich der Mann lieber Luxusauto für sich und seinen Sohn.
© Getty Images

Diese Woche wurde am Zürcher Bezirksgericht der Fall eines Schweizers verhandelt, der sich unrechtmässig Corona-Kredite angeeignet hat. Seine Firma habe 2019 zehn Millionen Umsatz gemacht, schrieb er ins Formular, als es darum ging, einen Kredit ohne Zinsen vom Staat zu erhalten. Die Kredite waren für Unternehmen gedacht, die unter der Pandemie, dem Lockdown und all den Folgen leiden müssen. Dass auch Betrüger für sich eine Möglichkeit sehen, war ab zu sehen.

Nichts verdient

Bereits am 31. März lagen 500'000 Franken auf dem Konto des Mannes, schreibt der «Tages Anzeiger». Tatsächlicher Umsatz der Fima? Zero. Nix. Nada. Null. Im Jahr 2018 waren es immerhin knapp 300'000 Franken.

Der Kredit von einer halben Million Franken wanderte aber nicht etwa in die Subventionierung seines Unternehmens sondern in seine Garage und die seines Sohnes. Mit dem Geld gönnte er sich selber einen Audi A8, für seinen Sohn gab es einen Porsche 911 und seine Frau durfte mit einem Porsche Cayenne rumkurven. Auch zahlte er grosszügigerweise Kreditkartenrechnungen, kaufte viel Wein und liess seine Wohnung in der Dominikanischen Republik renovieren.

Wollte aus Autos Gewinn schlagen

Wie der «Tages Anzeiger» weiter berichtet, habe er in der Untersuchung angegeben, sich als Autoverkäufer versucht zu haben. Da mit den Autos aber mehrere Tausend Kilometer zurückgelegt wurden, war da nicht mehr viel Gewinn rauszuschlagen. Lediglich den Bentley Continental konnte er mit einem kleinen Gewinn verkaufen.

Dem Gericht versuchte er glaubhaft zu machen, er habe sich aus einem Geschäft mit den USA die zehn Millionen erhofft, die er im Formular angab. Geglaubt hat man ihm das nicht. Der Angeklagte erhielt eine 36 monatige Freiheitsstrafe – 18 davon bedingt.

Gefängnis, Geldstrafe, Zinsen

Der 62-Jährige muss also nicht nur ins Gefängnis, er wird auch das geliehene Geld zurückzahlen müssen. Die Verfahrenskosten gehen auch von seinem, anscheinend nicht sehr prall gefülltem, Konto ab. Gedacht waren die Kredite ohne Zinsen. Jedoch kommen auf den 62-Jährigen Strafzinsen zu plus eine Geldstrafe des Bezirksgericht Uster in der Höhe von 40'000 Franken.

(roa)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 13. Mai 2022 15:27
aktualisiert: 13. Mai 2022 15:27
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