In dubio pro reo

Schizophrene Frau beschuldigt Heimleiter der Vergewaltigung – Freispruch

18. Juni 2022, 09:48 Uhr
Das Bezirksgericht Bülach spricht einen 67-Jährigen von den Vorwürfen einer unter paranoider Schizophrenie leidender Bewohnerin frei. Sie beschuldigte den Heimleiter, sie über 30 Mal vergewaltigt zu haben.
Der Heimleiter habe die Frau über ein Jahr lang jeden Tag vergewaltigt, warf die 51-Jährige dem 67-Jährigen vor. (Symbolbild)
© KEYSTONE/LUIS BERG
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Eine 51-jährige Frau leidet unter paranoider Schizophrenie und hat Wahnvorstellungen – und dies schon seit Jahren. Sie beschuldigte den inzwischen pensionierten, ehemaligen Leiter eines betreuten Wohnheims für Menschen mit sozialen und psychischen Beeinträchtigungen sich an ihr vergangen zu haben.

Anklage: Täglich sexuell missbraucht

Vor sieben und acht Jahren habe er über einen Zeitraum von ungefähr einem Jahr in ihrem Zimmer im Wohnheim praktisch täglich sexuelle Handlungen mit ihr vollzogen und sie rund 30-mal vergewaltigt.

Letzte Woche fand der Prozess statt, wie die NZZ berichtet. Am Freitag hat das Bezirksgericht Bülach das Urteil gefällt: Der 67-jährige Beschuldigte wird vollumfänglich von allen Vorwürfen freigesprochen. Laut dem Gerichtsvorsitzenden handelt es sich um einen «in dubio pro reo»-Freispruch, also: im Zweifel für den Angeklagten.

Aussagen seien trotz Erkrankung glaubhaft gewesen

Zwar seien die Aussagen der Frau «glaubhaft» gewesen. Doch fanden sich einige Ungereimtheiten in ihren Erläuterungen. Schlussendlich stand Aussage gegen Aussage. Da aber keine konkreten Hinweise auf eine Straftat vorlag, sprach das Gericht den Heimleiter frei.

(lol)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 18. Juni 2022 10:07
aktualisiert: 18. Juni 2022 10:07