Knatsch bei SVP

Regierungsrat Stocker teilt gegen Köppel und Co. aus

14. April 2022, 12:00 Uhr
Die SVP Zürich verliert auf Kantons- und Gemeindeebene weiter an Boden. Die Verluste führten am Dienstagabend an der Delegiertenversammlung für Knatsch.

Quelle: TeleZüri

Die Schweizerische Volkspartei hat das Gespür fürs Volk verloren. Das zumindest kommentierte die NZZ anfangs Monat nach den Wahlen in mehreren Gemeinden. Dass bei der grössten Partei im Kantonsparlament nicht alles rosig läuft, zeigte auch die Delegiertenversammlung am Dienstagabend.

Wie erwartet sind die amtierenden Regierungsmitglieder Natalie Rickli und Ernst Stocker für eine weitere Amtsdauer nominiert worden. Dann aber kam es zur Überraschung: Finanzdirektor Stocker «rechnete ab», kommentierte SVP-Kantonsrat Claudio Schmid auf Twitter und teilte ein mittlerweile gelöschtes Video von der Wahlkampfrede Stockers.

Stocker rechnet mit SVP-Exponenten ab

Hauptthema der Rede waren die Wahlniederlagen. Und die Frage, wer dafür verantwortlich ist. Für Stocker war der Fall klar:

Diejenigen, die sich in den Gemeindewahlen für die Sache der SVP engagierten, seien dann die «Lölis». Stocker bilanziert: «Das geht einfach nicht mehr.» Kritisiert werden damit bekannte SVP-Exponenten wie die Nationalräte Roger Köppel und Andreas Glarner. Sie wurden teils als Putin-Versteher bezeichnet. Den SVP-Delegierten gefiel Stockers Rede wohl, denn sie wurde mit Applaus und Bravorufen bedacht.

Zuspruch – oder Schuld der Medien?

Unterstützung erhält Stocker unter anderem vom Thalwiler SVP-Kantonsrat Marcel Suter. Gegenüber dem Tages-Anzeiger sagt dieser: «Ich bin zu hundert Prozent mit Ernst Stocker einverstanden, und die grosse Mehrheit in unserem Bezirk ist es auch.» Die Verluste würden wehtun. Und: «Wenn die SVP ihre Sitze in den Gemeindebehörden einbüsst, verliert sie ihre Basis.»

Auch SVP-Fraktionschef Martin Hübscher ist mit bekannten Parteiexponenten nicht zufrieden, gerade wegen Äusserungen zur Schweizer Coronapolitik. Es sei falsch, die Schweiz als Diktatur zu bezeichnen: «Das hat an unserer Basis niemand verstanden, denn alle wissen: Wir leben in der besten Demokratie überhaupt.»

Der Zürcher SVP-Parteipräsident Benjamin Fischer sieht jedoch andere dafür verantwortlich. Gemäss Tages-Anzeiger sieht er die Schuld bei den Medien, welche die SVPler falsch darstellten.

(jaw)

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Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 14. April 2022 11:59
aktualisiert: 14. April 2022 12:00
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