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Kanton Zürich

Pfäffikon: Schulpräsident nach Lehrer-Eklat zurückgetreten

Nach Eklat um Lehrer

Schulpräsident von Pfäffikon tritt zurück

· Online seit 30.05.2024, 16:10 Uhr
Hanspeter Hugentobler gibt sein Amt als Schulpräsident und als Mitglied der Schulpflege Pfäffikon ab. Der EVP-Politiker war unter Druck gekommen, nachdem ein schwuler Primarlehrer seine Schule wegen Eltern-Protesten aus freikirchlichen Kreisen verlassen musste.
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Hugentobler gebe seinen sofortigen Rücktritt als Schulpräsident und als Mitglied der Schulpflege Pfäffikon aus gesundheitlichen Gründen bekannt, heisst es auf der Website des EVP-Politikers. Er sei für das Amt vollständig krankgeschrieben. Als Grund wird angegeben: «Zur grossen Aufgabenlast des Schulpräsidiums kam der komplexe Schulkonflikt mit Rücktrittsforderungen und medialer Kampagne dazu, der über Monate andauerte und meine Kräfte überstieg.»

Dem Rücktritt vorausgegangen waren Rücktrittsforderungen von Eltern am Donnerstagmorgen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Hanspeter Hugentobler wurde vorgeworfen, den Abgang des schwulen Lehrers auf Druck konservativer Eltern forciert zu haben.

Der Lehrer, dessen Entlassung zur Kontroverse wurde, arbeitete seit 2019 im Schulhaus Obermatt in Pfäffikon. Eltern beschwerten sich über den Sexualkundeunterricht des Mannes. Eine Mutter wollte in den Unterrichtsstunden dabei sein. Dabei handelte es sich vornehmlich um Eltern aus dem freikirchlichen Umfeld. Diese sollen vor allem die Homosexualität des Lehrers gefürchtet haben.

Zu Beginn stellte sich die Schulleitung hinter den Lehrer. Nachdem er wegen Eltern-Protesten sich erneut gegen die Vorwürfe verteidigen musste, wurde ihm dann aber nahegelegt, das Unterrichten erstmal ruhen zu lassen. Dies akzeptierte der Mann nicht und nahm mithilfe des Zürcher Lehrerinnen und Lehrerverbands einen Anwalt. Die Arbeitskolleginnen und -kollegen des Lehrers solidarisierten sich mit ihm.

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(osc)

veröffentlicht: 30. Mai 2024 16:10
aktualisiert: 30. Mai 2024 16:10
Quelle: ZüriToday

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