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Naegeli-Totentanz auf Insel Ufenau – das sagen Kirche und Besucher

Sprayer von Zürich

Naegeli-Totentanz auf Insel Ufenau – das sagen Kirche und Besucher

06.05.2022, 23:14 Uhr
· Online seit 06.05.2022, 20:56 Uhr
Während eines Rundgangs auf der Insel Ufenau schleicht sich der 82-jährige Harald Naegeli weg und zeichnet seine berühmten Strichmännli an eine Kirche. Beim Pfarrhaus ist man mässig begeistert.

Quelle: TeleZüri

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Ein neues Kunstwerk von Harald Naegeli hatten die wenigsten noch erwartet. Alle dachten, der Künstler hätte bereits seine letzen «Strichmännli» gemalt und sei nun in seiner Künstlerpension. Jetzt hat sich der 82-Jährige auf der Insel Ufenau einen neuen Streich erlaubt.

Während eines Rundgangs schlich sich Naegeli von der Gruppe weg und sprayte zwei seiner berühmten Skelette auf die Kirchenwand. Der Sprayer von Zürich war nicht zufällig auf der Insel. Von Mai bis Oktober findet in der Kirche eine Ausstellung seiner Werke statt.

Zeichnung über dem Beinhaus

Wie Marc Dosch, Mediensprecher der Kirche Ufenau, zu ZüriToday sagt, befindet sich die Zeichnung auf der Mauer des Beinhauses. Also dort, wo sich hinter der Mauer echte Totenköpfe und Skelette befinden.

Und was hält die Kirche vom neuen Werk? «Ob dies der richtige Ort ist, und wie wir mit diesem Werk umgehen, dürfte in den nächsten Wochen und Monaten zu Diskussionen führen», sagt Dosch.

Die Aktion sei mit dem Künstler nicht geplant gewesen. Allerdings sei ein Vertreter des Kloster Einsiedelns vor Ort gewesen und habe diese Aktion geduldet (Die Kirche gehört zum Kloster Einsiedeln; Anm. der Red.).

Tourismus-Direktor: «Finde es spannend und frech»

Der Direktor von Rapperswil Zürichsee Tourismus, Simon Elsener, zeigt sich überrascht: «Ich finde es spannend und frech, dass Harald Naegeli das in seinem hohen Alter noch machen konnte.» Touristisch sehe er es aber als positiv, da es der Insel Ufenau Aufmerksamkeit schenkt.

Auch ein Besucher ist nicht sehr begeistert vom neuen Kunstwerk: «Primär finde ich es ein wenig daneben, dass man eine Kirchenmauer besprayt – vor allem auf dieser Insel.» In Zürich fände er es allerdings in Ordnung, weil man den Sprayer dort kennt und es akzeptiert sei. Er fügt an: «Ich finde diese Teile auch hässlich.»

Nicht so eng sieht es eine Besucherin: «Ich finde es spannend, dass er sowas macht.» Auch sie hätte dafür aber einen anderen Ort gewählt.

veröffentlicht: 6. Mai 2022 20:56
aktualisiert: 6. Mai 2022 23:14
Quelle: ZüriToday

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