Zürich
Kanton Zürich

Nachbar überholt Küsnacht als reichste Gemeinde des Kantons

Zürcher Finanzausgleich

Nachbar überholt Küsnacht als reichste Gemeinde des Kantons

02.07.2023, 21:05 Uhr
· Online seit 01.07.2023, 08:31 Uhr
Das Gemeindeamt des Kantons Zürich hat die Zahlen für den Finanzausgleich im kommenden Jahr veröffentlicht. Küsnacht, bislang Spitzenreiter unter den Geldgebern, rutscht auf den zweiten Platz ab. Das sind die reichsten und ärmsten Gemeinden im Kanton.
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Fast eine Milliarde Franken wird 2024 im Kanton Zürich von den reicheren an die ärmeren Gemeinden umverteilt. 28 finanzstarke Orte werden beim kantonalen Finanzausgleich zur Kasse gebeten. Das Geld kommt 123 Gemeinden zugute. Neun Zürcher Orte müssen weder einschiessen, noch erhalten sie den sogenannten Ressourcenzuschuss.

In absoluten Zahlen betrachtet steuert die Stadt Zürich mit 386 Millionen den grössten Teil zum Finanzausgleich bei. Auf den Plätzen dahinter folgen Gemeinden am Zürichsee. Sie verfügen über besonders viele wohlhabende Einwohnende und Firmen, was sich in einer grossen Steuerkraft pro Kopf und entsprechend hohen Beiträgen niederschlägt. Ausschlaggebend für die Berechnung der Beiträge ist nämlich die Steuerkraft.

Die reichsten Zürcher Gemeinden in Steuerkraft pro Kopf (2022):

  1. Erlenbach, 16'512 Franken (Beitrag zum Finanzausgleich: 48 Millionen Franken)
  2. Küsnacht, 14'585 Franken (Beitrag zum Finanzausgleich: 105 Millionen Franken)
  3. Kilchberg, 12'396 Franken (Beitrag zum Finanzausgleich: 51 Millionen Franken)
  4. Zumikon, 12'288 Franken (Beitrag zum Finanzausgleich: 31 Millionen Franken)
  5. Zollikon, 12'269 Franken (Beitrag zum Finanzausgleich: 73 Millionen Franken)

Spitzenreiter bei der Steuerkraft ist aktuell Erlenbach. Das Goldküsten-Dorf mit gerade mal 5700 Einwohnerinnen und Einwohnern kommt auf 16'512 Franken pro Kopf. Damit muss Erlenbach 48 Millionen Franken zum Finanzausgleich beisteuern, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Zum Vergleich: In der Stadt Zürich sind es 5718 Franken, im Schlusslicht Hagenbuch 1723 Franken.

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Was hat Erlenbach diesen Reichtum verschafft? Die Erlenbacher Finanzvorständin Huyen Phan Sturm bestätigt gegenüber dem Tages-Anzeiger, dass Erlenbach einkommensstarke Zuzüge hatte. Ausserdem seien die Einkommen auf breiter Front gestiegen. Das wirkt sich auch auf die Gemeinderechnung aus: Erlenbach erzielte 2022 bei einem 92-Millionen-Budget einen Überschuss von gut 7 Millionen.

Die ärmsten Zürcher Gemeinden in Steuerkraft pro Kopf (2022):

  1. Hagenbuch, 1723 Franken
  2. Fischenthal, 1738 Franken
  3. Turbenthal, 1842 Franken
  4. Zell, 1871 Franken
  5. Wila, 1871 Franken

Ein Augenschein in der ärmsten Gemeinde des Kantons Zürich:

Quelle: TeleZüri / Rahel Osterwalder / 2.7.2023

Erlenbach löst mit dem gestiegenen Steueraufkommen den langjährigen Haupt-Zahler Küsnacht ab, wo pro Kopf 800 Franken weniger Steuern bezahlt wurden als im Vorjahr. Am unteren Ende der Tabelle stehen die Gemeinden Hagenbuch, Fischenthal, Turbenthal, Wald und Wila sowie Zell. In diesen Dörfern gelangten weniger als 2000 Franken pro Kopf ans lokale Steueramt.

Am meisten Geld aus dem kantonalen Finanzausgleich erhält die Stadt Zürich. Als sogenannten Zentrumslastenausgleich gibt es 422 Millionen Franken. Winterthur erhält 141 Millionen aus dem Finanzausgleich und zusätzlich 88 Millionen für die Zentrumslasten, also insgesamt 229 Millionen. Auch Dietikon und Wetzikon erhalten mit 52 respektive 45 Millionen stattliche Beträge.

(osc)

veröffentlicht: 1. Juli 2023 08:31
aktualisiert: 2. Juli 2023 21:05
Quelle: ZüriToday

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