Zürcher Bezirskgericht

Gekündigter droht Ex-Chefs: «Mache Currywurst aus euren Geschlechtsteilen»

29. August 2022, 10:41 Uhr
Nachdem ein 37-Jähriger von einer Zürcher Softwarefirma entlassen worden war, schickte er drohende und beleidigende E-Mails an zwei ehemalige Führungspersonen. Wegen dieser Nachrichten wurde der Mann nun vom Bezirksgericht verurteilt.
Das Bezirksgericht Zürich hat den Mann zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten und einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 30 Franken verurteilt.
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Einem 37-Jährigen wurde per Ende Juli 2021 von einer Softwarefirma gekündigt. In den folgenden zwei Monaten schickte der Mann in betrunkenem Zustand beleidigende E-Mails an den ehemaligen Geschäftsführer und an die HR-Leiterin.

Fünf E-Mails in der Anklageschrift

Der 37-Jährige drohte in seinen Nachrichten unter anderem, Currywurst aus ihren Geschlechtsteilen zu machen, wenn die beiden Führungskräfte ihm kein Geld zahlen, schreibt die «NZZ». Weiter verwendete er in seinen Mails Worte wie «lächerlich dumme Figur», «stinkige Dorffotze» und «kranke Nazi Sau». Er drohte zudem damit, 1000 Kinder in Zürich zu töten.

Wegen dieser E-Mails sitzt der ehemalige Informatiker seit Oktober 2021 in Untersuchungshaft. Die Anklage lautet Erpressung, mehrfache Beschimpfung und geringfügige Sachbeschädigung. Nach seiner Entlassung hatte der Beschuldigte seinen Firmen-Laptop mit Asche bestreut.

«Ich habe eine ganze Flasche Wodka getrunken»

Laut einem psychiatrischen Gutachten leidet der Mann unter einer psychischen Störung. Vor Gericht hat er gesagt, die geschriebenen Mails täten ihm leid und seien ihm unheimlich peinlich. Er sei sich aber sicher, dass er nie wieder solche E-Mails versenden werde. Als er die Mails geschrieben hatte, sei er unter starkem Alkoholeinfluss gestanden und habe sich provoziert gefühlt. Der Beschuldigte bestreitet, die Mails bewusst verschickt zu haben.

Das Bezirksgericht Zürich hat den Mann zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten und einer vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 30 Franken verurteilt – eine höhere Strafe als von der Staatsanwältin beantragt. Zudem wird eine ambulante Massnahme mit stationärer Einleitung angeordnet.

(hap)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 29. August 2022 10:30
aktualisiert: 29. August 2022 10:41
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