Missverständnis in Schlieren

Fussgängerstreifen wird neu bemalt statt entfernt

13. Oktober 2022, 17:00 Uhr
Ein Fussgängerstreifen, Pläne und gelbe Farbe: Was passiert, wenn nicht alle Beteiligten die gleiche Idee haben, zeigte sich kürzlich in Schlieren. Dort sollte eigentlich ein Fussgängerstreifen entfernt werden – stattdessen wurde er neu angebracht.
Ein Missverständnis führte in Schlieren dazu, dass ein Fussgängerstreifen neu bemalt wurde, obwohl er hätte entfernt werden sollen. Mittlerweile wurde das behoben.
© zvg
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Die Geschichte hat sich kürzlich in Schlieren ereignet, deren Ursprung liegt aber schon im Jahr 2016. Damals reichte die Gemeinderätin Sarah Impusino ein Postulat ein. Darin forderte sie zwei Fussgängerstreifen in Tempo-30-Zonen. Der Stadtrat solle prüfen, ob diese auf der Freiestrasse auf Höhe Rotstiftweg, den anderen bei der Kreuzung Hofacker-, Stations- und Urdorferstrasse angebracht werden können.

Der Stadtrat lehnte im ersten Fall das Begehren ab. Als Begründung gaben sie an, dass in Tempo-30-Zonen Fussgängerstreifen nicht erlaubt seien. Im zweiten Fall heisst es, dass die Umsetzung zu teuer und zu kompliziert sei. Im Juni diesen Jahres allerdings wurde in der Spitalstrasse die Tempo-30-Zone eingeführt. Den Fussgängerstreifen, eingebettet zwischen zwei neuen Tempo-30-Markierungen gab es immer noch. Und nicht nur das, er wurde gar mit gelber Farbe aufgefrischt.

Neu aufgetragen statt abgetragen

Daraufhin hat eine Anwohnerin eine kleine Anfrage eingereicht. Darin fragt sie den Stadtrat, warum in dieser Tempo-30-Zone ein Fussgängerstreifen installiert wurde, obwohl sich dort weder ein Heim noch eine Schule befindet. Der Stadtrat gab in einem Protokollauszug an, dass die Pläne von den beauftragten Unternehmen falsch interpretiert wurde. Die Streifensignatur sei gelb umrandet dargestellt worden.

Der Fussgängestreifen sollte eigentlich entfernt werden. «Es ist der übliche Farbcode, den man kennt. Gelb heisst Abbruch. Was hier genau schief gelaufen ist, kann ich mir auch nicht erklären», sagt Hans-Ueli Hohl, Leiter der Abteilung Bau und Planung der Stadt Schlieren. Die Limmattalbahn hatte die Entfernung in Auftrag gegeben, so Hohl.

Was kostet das?

Auf Anfrage von ZüriToday bestätigt ein Sprecher der Limmattalbahn, dass die Signatur im Plan für Abbruch (gelb) fälschlicherweise als neuer Fussgängerstreifen interpretiert wurde. Daher wurde dieser neu aufgetragen und nicht wie geplant, entfernt. Das Missverständnis wurde rasch aufgelöst und behoben. Der Streifen ist mittlerweile weg.

Die Mehrkosten belaufen sich auf 2000 Franken. «Voraussichtlich gehen diese Kosten zu Lasten des ausführenden Unternehmens», teilt der Sprecher mit. In Schlieren sieht man das Ganze recht gelassen. «Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler», fügt Hans-Ueli Hohl an.

(oeb/sib)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 13. Oktober 2022 17:00
aktualisiert: 13. Oktober 2022 17:00