Zürich
Kanton Zürich

Embracher Schule nimmt Schulkindern das WC-Papier weg

Wegen Verwüstung auf Toiletten

Embracher Schule nimmt Schulkindern das WC-Papier weg

· Online seit 30.05.2022, 10:54 Uhr
Die regelmässigen Verwüstungen auf der Knaben-Toilette hatten für Embracher Schulkinder eine Strafe zur Folge: Auf den WCs wurde das Klopapier entfernt.
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Weil die Knaben-Toiletten im Embracher Schulhaus Ebnet immer wieder verwüstet wurden, hat die Schulleitung eine besondere Massnahme eingeführt: Das Klopapier wurde entfernt. Seit längerer Zeit hätte das Reinigungspersonal mit Vandalismus in den Toiletten zu kämpfen gehabt, wie «20 Minuten» berichtet.

Zwei Wochen lang kein Papier in den Toiletten

Das WC-Papier sei überall am Boden rumgelegen und auch an Wänden verteilt gewesen. Komplette Rollen seien in die Kloschüssel geworfen und es sei neben die Toiletten uriniert worden. Die Schulleitung hatte deshalb entschieden, das Papier im Klassenzimmer und nicht in den WCs zu lagern.

Der Vater eines Schülers sagte gegenüber 20 Minuten: «So etwas geht doch nicht. Mein Kind fühlte sich komplett blossgestellt, als es vor der ganzen Klasse nach WC-Papier fragen musste.» Mittlerweile gebe es in allen Toiletten wieder Klopapier. Die Strafe hätte zwei Wochen gedauert und in dieser Zeit zum gewünschten Erfolg geführt, sagt die Schulleitung.

Massnahmen häufen sich

Erst vor einem Monat hatte die Schule Am Üetliberg einen fussballfreien Mai eingeführt. Weil das Fussballspielen regelmässig zu Konflikten geführt hatte und die Kinder sich im Hooligan-Stil runtergemacht hatten, musste sich die Schulleitung eine Strafe ausdenken.

Diskussionen, Beleidigungen und ein kopiertes Fanverhalten von Stadien wollte die Schule nicht mehr akzeptieren und den Kindern Werte wie Respekt, Toleranz und Akzeptanz vermitteln. Ab Juni ist in den beiden zugehörigen Schulhäusern Friesenberg und Borrweg das Fussballspielen wieder erlaubt.

Gewalt und Vandalismus an Schulen nimmt zu

Für grosse Aufruhr hatte die Schule Dietikon Ende des Jahres 2021 gesorgt. Damals hatten sich Primarschüler von der gewalttätigen Erfolgsserie «Squid Game» inspirieren lassen und spielten die Szenen auf Pausenplätzen nach. Die Pausenaufsicht hatte nur mit Mühe durchgreifen können.

«Die Jugendgewalt nimmt rasant zu und wird verharmlost. Ohne die Schule und die Eltern einzubeziehen, kann man die Gewalt nicht unter Kontrolle kriegen», sagte Sefika Garibovic, Expertin für Konfliktmanagement und Nacherziehung in einem Interview zur Gewalt auf dem Schulareal.

Sie fügt an, dass man Kinder und Jugendliche mit ihren Taten konfrontieren müsse und ihnen zeigen soll, was das bedeutet. Wenn man die Kinder erreiche und mit ihnen eine Beziehung aufbaue, dann könne die Situation nachhaltig verbessert werden.

(hap)

veröffentlicht: 30. Mai 2022 10:54
aktualisiert: 30. Mai 2022 10:54
Quelle: ZüriToday

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