Sechseläuten Bassersdorf

«Als es den Rock des Bööggs hochwehte, grinsten einige»

26. April 2022, 19:46 Uhr
Nur 5 Minuten und 21 Sekunden dauerte die Böögg-Verbrennung beim Bassersdorfer Sechseläuten. Was aber für viel mehr Aufsehen sorgte, war die Schneepuppe: Der Diversity-Böögg mit Busen und Penis. Ob man noch «der» Böögg sagen soll, ist demnach fragwürdig. Das Publikum hatte Freude an der Figur.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: TeleZüri / 26. April 2022

Seit 2004 wird in Bassersdorf ein eigenes Sechseläuten gefeiert – inklusive Böögg. Nach zwei Jahren coronabedingter Pause sei das Fest ein voller Erfolg gewesen, sagt Zeremonienmeister Christian Weiss. «Wir haben es den Zuschauern angemerkt, dass die Begeisterung sehr gross war.»

Bassersdorfer Böögg soll alle ansprechen

Als der Böögg angezündet wurde, wusste das Publikum noch nicht so genau, was es erwarten sollte. Einen weiblichen Böögg, weil die Puppe Brüste hat? Das haben sich zu Anfang wohl einige gedacht. «Als es den Rock des Bööggs hochwehte, ging vielen Zuschauern dann aber ein Grinsen übers Gesicht», sagt Weiss. Denn unter dem Rock zu sehen war ein Penis.

Der Zeremoniemeister erklärt: «Was genau da verbrannt wurde, sollen die Leute selber bestimmen dürfen. Bei Facebook kann man mittlerweile aus einer Auswahl von vielen vielen Möglichkeiten das Geschlecht auswählen. Beim Böögg dieses Jahr war es auch so. Es hat verschiedene Merkmale und es ist für alle etwas dabei. So ist «der» Böögg in diesem Zusammenhang wohl auch der falsche Artikel. Wir haben es Diversity Böögg genannt.»

Gender und Diversity seien aktuell wichtige Themen, deshalb wollte man das aufgreifen, so Weiss. Corona hätten die Veranstalterinnen und Veranstalter als Thema nicht mehr aufführen wollen und auch der Ukraine-Krieg schien unpassend, da es sich beim Sechseläuten um einen fröhlichen und lustigen Anlass handle.

Ein an der Fasnacht beschlossener Anlass

Nur 5 Minuten und 21 Sekunden dauerte es in Bassersdorf, bis der Kopf des Bööggs wegflog. Deutlich weniger als die 37 Minuten und 59 Sekunden in der Stadt. Weiss meint, dass es eventuell eine Schneise zwischen der Zürcher und Bassersdorfer Sommerprognose geben werde.

Das Bassersdorfer Sechseläuten entstand aus der Fasnacht. «Wir, drei Freunde, hatten an der Fasnacht das Gefühl, dass wir einen neuen Dorfanlass bräuchten. Wir haben verschiedene Ideen diskutiert und schlussendlich blieb es bei der Idee vom Sechseläuten», so Weiss.

Dreimal wurde das Sechseläuten um den Kreisel zelebriert – ohne Bewilligungen. «Als wir wegen Unfug verzeigt wurden, haben wir nach einer neuen Lösung gesucht. Seit dem geht es auf korrektem Weg weiter», erklärt der Unterländer abschliessend.

(hap)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 26. April 2022 17:05
aktualisiert: 26. April 2022 19:46
Anzeige