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Kanton Zürich tüftelt hinter verschlossenen Türen an Plänen für Windräder

Energie

Kanton Zürich tüftelt hinter verschlossenen Türen an Plänen für Windräder

· Online seit 12.05.2023, 09:45 Uhr
Ein «nicht öffentliches» Dokument der kantonalen Baudirektion zeigt Pläne rund um Windräder in Zürich. Die betroffenen Gemeinden bekamen Einsicht in die Papiere. Doch nicht alle sind mit dem Vorhaben des Kantons einverstanden.

Quelle: Tele Züri vom 13.10.2022

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Sechs neue sogenannte Windpotenzialgebiete legte der Kanton Zürich fest, ohne die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Laut dem «Tages-Anzeiger» liegen die Gebiete an folgenden Stellen:

  • Nördlich von Brüten auf dem Chomberg/Dättnauer Berg bis ins Winterthurer Gemeindegebiet
  • Östlich von Oberembrach
  • Südwestlich von Hittnau
  • Zwischen Bülach und Hochfelden
  • Zwischen Bonstetten und Hedingen
  • Nordöstlich von Mettmenstetten

Karte offenbart Eignung der Windpotenzialgebiete

Zudem zeigt das «nicht öffentliche» Dokument die Einschätzung des Kantons, wie gut die mehreren Dutzend Windpotenzialgebiete im Kanton für neue Anlagen geeignet sind. So gilt das Gebiet Schauenberg bei Elgg, Schlatt und Turbenthal als am wenigsten passend für Windräder. Überdurchschnittlich gut schätzt der Kanton den Wädenswiler Berg ein.

Zu reden geben die Pläne auf dem Schneitberg zwischen Hagenbuch und Elgg. Die Region gilt als unterdurchschnittlich geeignet für den Bau von Windrädern. In einer Einzelinitiative fordert die ehemalige Gemeindepräsidentin und Nationalrätin Therese Schläpfer (SVP) einen Abstand von mindestens 700 Metern zwischen den Windkraftanlagen und Wohnhäusern. Der Kanton sieht allerdings einen Minimalabstand von 300 Metern vor. Für Schläpfer ein «Hohn für Leute, die in der Nähe wohnen».

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Gemeinderat steht hinter kantonalen Vorgaben

An einer Infoveranstaltung von Schläpfer gingen die Meinungen zu ihrem Vorschlag auseinander. Der derzeitige Gemeindepräsident Rolf Suter erklärte, dass der Gemeinderat zwar gegen die Windräder sei, aber auch die Initiative von Schläpfer nicht unterstütze. Viele Anwesende sprachen sich hingegen für die Vergrösserung des Mindestabstands aus, über die an der Gemeindeversammlung vom 24. Mai abgestimmt wird.

Wie der Kanton reagiert, wenn die Initiative durchkommt, ist noch unklar. Es stellt sich die Frage, inwiefern diese mit übergeordnetem Recht vereinbar ist. Sturzenegger meint jedenfalls: «Wir machen, was das Volk will.»

(lba)

veröffentlicht: 12. Mai 2023 09:45
aktualisiert: 12. Mai 2023 09:45
Quelle: ZüriToday

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