Zürich

In Schlieren ist das Gas bald mehr als doppelt so teuer

Energiepreise

In Schlieren ist das Gas bald mehr als doppelt so teuer

23.03.2022, 14:44 Uhr
· Online seit 23.03.2022, 13:15 Uhr
Der Ukraine-Krieg bringt die Weltwirtschaft durcheinander. Weil nun Gas aus dem Norden immer teurer wird, müssen auch Zürcher Gemeinden reagieren. Schlieren meldet am Mittwoch, die Preise deutlich zu erhöhen – um 132 Prozent.
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Schlieren erhöht den Preis für Gas. Und das drastisch. Aufgrund der stark gestiegenen Einkaufspreise für Erdgas hat der Stadtrat eine Anpassung des Gastarifs per 1. Mai 2022 beschlossen, wie es in einer Medienmitteilung vom Mittwoch heisst. Die Erhöhung beträgt beachtliche 132 Prozent. Heisst: Wer Gas von der Gemeinde bezieht, gibt in Zukunft mehr als doppelt so viel dafür aus.

Preise zeitweise um 190 Prozent gestiegen

Eine Erhöhung des Tarifs sei unumgänglich, wie die Gemeinde weiter schreibt. So habe der Blick auf die aktuellen Einkaufspreise und auf die kommenden Monate zu der Entscheidung geführt, an den Tarifen zu schrauben. Allein seit Januar 2022 seien die Einkaufspreise für Erdgas am Markt zeitweise sogar über 190 Prozent gestiegen, weshalb man die Tarife schon Anfang des Jahres um rund 48 Prozent erhöht hatte. Nun folgt eine weitere Erhöhung um das Dreifache.

Grund für die Entscheidung sei auch die Preisprognose für die Zukunft gewesen, heisst es in der Mitteilung. Wegen der unsicheren politischen Lage in der Ukraine liesse sich keine sichere Einschätzung machen. Gleichzeitig sei die Gemeinde vom Gesetz her dazu verpflichtet, eine kostendeckende Tarifpolitik zu betreiben, sprich mit den Einnahmen alle Kosten abzudecken. So sehe der Stadtrat keinen anderen Weg, als die Preise drastisch anzuheben.

Eine weitere Preiserhöhung soll im Winter folgen

Um die Gasbeziehenden dennoch nicht von heute auf morgen mit den deutlich höheren Tarifen zu überrumpeln, tritt der neue Tarif erst per 1. Mai 2022 in Kraft. Von da werden die neuen Preise gelten. Mehr noch: Die Gemeinde warnt vor einer weiteren Erhöhung. Es zeichne sich bereits heute ab, dass der Wintertarif, welcher vom 1. Oktober bis 31. März gilt, ebenfalls massiv angehoben werden müsse. «Denn selbst mit dem neuen Sommertarif wird die Gasversorgung in den nächsten Monaten weiterhin defizitär sein. Mit der Anpassung des Wintertarifs muss diese Entwicklung aufgefangen werden.»

Auch in Zürich steigen die Preise

Nicht ganz so dramatisch sollten die Preise in der Stadt Zürich steigen, glaubt man Energie 360°, das für die Gasversorgung verantwortlich ist. Hier werde man per 1. April die Preise um rund 10 Prozent anheben, was etwa 1,2 Rappen pro Kilowattstunde sind. Der Schritt folgt auf eine bereits im Januar 2022 durchgeführte Tariferhöhung um knapp 20 Prozent.

«In der aktuellen Situation können wir die Gaspreise nicht mehr über mehrere Monate festlegen.» Man beurteile die Lage laufend neu und passe die Preise wenn nötig vorübergehend monatlich an.

Wie in Schlieren rechnet man aber auch in Zürich ganz klar damit, dass die Preise weiterhin steigen werden. «Aufgrund der politischen Entwicklungen sind weitere Gaspreiserhöhungen wahrscheinlich. Diese Phase von äusserst starken Preiserhöhungen ist sehr ungewöhnlich. Eine rasche Entspannung der Situation ist leider noch nicht in Sicht.» Abschliessend gibt das Energieunternehmen auch noch einen Tipp an all jene, die sich gerne vor bösem Erwachen bei der Gasrechnung schützen möchten: «Wer aus russischem Gas aussteigen will, sollte die Gasheizung ersetzen und auf Alternativen umsteigen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür.»

veröffentlicht: 23. März 2022 13:15
aktualisiert: 23. März 2022 14:44
Quelle: ZüriToday

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