Zürich

Hund rennt in Zollikon nach Unfall mit E-Bike weg und kommt in Forchbahn-Tunnel

Von E-Bike überrollt

Hund rennt nach Unfall in Forchbahn-Tunnel und versetzt Zollikon in Aufruhr

· Online seit 03.11.2023, 07:08 Uhr
Beim Spazieren am Mittwochmorgen raste ein E-Biker in Zollikon über den Hund von Frauchen B. J. Im Schock rannte dieser davon und geriet in eine gefährliche Situation. Sein Frauchen bangte stundenlang um ihn.
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Der Spaziergang in der Zolliker Allmend wurde für B. J.* zum Horror. Am Mittwochmorgen war sie mit ihren beiden Hunden Ellie und George unterwegs, als plötzlich ein E-Biker angerast kam. Sie habe ihm erfolglos zugerufen, erinnert sich J. «Als er eine Vollbremsung machen wollte, fuhr er direkt über George.» Im Schock sei ihr Hund darauf in Richtung Wald gerannt. Der E-Biker, zugleich ihr Nachbar, sei bis auf ein paar Kratzer an den Händen unverletzt geblieben. J.: «Es tat ihm furchtbar leid, was passiert war.»

Für die Zollikerin begannen Stunden des Bangens. «Ich wusste nicht, ob er irgendwo schwer verletzt im Wald liegt oder ob er dabei war, nach Hause zu rennen», sagt J. Sofort habe sie alle Spaziergängerinnen und -gänger über den vermissten Hund informiert, Posts auf Facebook abgesetzt und im Dorf Flugblätter aufgehängt. Alle ihre Bekannten sowie Nachbarinnen und Nachbarn hätten sich auf die Suche nach dem Australian Cobberdog gemacht. «Das komplette Dorf hat ihn gesucht.»

«Konnten ihn wegjagen»

Im Verlauf des Tages erfuhr das Frauchen von einer dramatischen Situation. Leute meldeten ihr, dass der Hund in den Forchbahn-Tunnel gerannt sei. «Sie konnten ihn aus dem Tunnel wegjagen», sagt J. Trotzdem habe er sich immer noch auf dem Gleis befunden, als die Forchbahn eingefahren sei. «Gott sei Dank erwischte die Forchbahn ihn nicht.» Danach rannte George in unbekannte Richtung weg, wie J. weiter erfuhr.

Inzwischen war es dunkel und J. hatte das geliebte Haustier noch immer nicht gefunden. Dazu winselte Schwesterchen Ellie den ganzen Tag, weil sie ihr Brüderchen vermisste. «Es war furchtbar. Diese Hunde sind unsere Familienmitglieder», sagt die alleinerziehende Mutter einer Tochter und eines Sohns. Auch handelt es sich laut J.s Angaben um eine seltene Rasse. Diese Hybridrasse sei neu und es gebe davon nur drei bis vier Züchter in der Schweiz. Den berühmtesten Australian Cobberdog besitze übrigens Tennis-Star Roger Federer. «Sein Hund Willow kommt aus der gleichen Zucht wie George.»

Fährte mit Pyjama

Später bat sie den Tiersuch-Dienst K-9 Tiersuche Schweiz um Hilfe. Diese empfahl J. eine Schleppfährte mit der Leine und ihrem darum gebundenen Pyjama zu legen. «Mit schleppender Leine legte ich den Weg vom Wald bis zu meinem Haus zurück.» Der hinterlassene Geruch des Pyjamas und damit seines Frauchens sollte den Hund auf die richtige Fährte locken. Auch besprühte J. sie den Weg alle paar Meter mit Wasser, das sie mit Aufschnitt aromatisiert hatte. Gleichzeitig legte ihre Nachbarin, die ihre Hunde oft hütet, ebenfalls eine Schleppfährte mit ihrem getragenen Pyjama.

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Damit der Hund bei einer möglichen Rückkehr in der Nacht nicht vor verschlossenen Türen stand, riet der Suchdienst J., die Haustür offen zu lassen. Beim Eingang legte sich J. auf einer Matratze schlafen. Auch stellte sie dort ein Bettchen und Futter bereit. «Plötzlich weckte mich ein Geräusch und ich erschrak», berichtet das Frauchen. «Morgens um zwei Uhr stand George einfach da», erzählt sie überglücklich.

Grosses Wiedersehen in der Nacht

George fand sie «leicht verwirrt, sehr hungrig» – aber unverletzt vor. «Zur Sicherheit werde ich ihn aber noch röntgen gehen lassen», sagt J. Die Erleichterung ist riesig: «Ich konnte keine Sekunde mehr schlafen vor Freude», sagt J. Ihre Tochter habe sie wecken können, der Sohn habe zu tief geschlafen. «Am Schluss schlief George bei den Kindern im Bett ein.»

J. zeigt sich dankbar für die Hilfe der K-9 Tiersuche Schweiz, die sich freiwillig engagiert und mit Spenden finanziert. «Die freiwilligen Helfer haben mir bis nachts um 22 Uhr per WhatsApp Tipps gegeben und alles genau erklärt mit den Schleppfährten. Das war so toll.» Sie fände es schön, wenn auch andere Menschen die Tiersuche mit Spenden unterstützte. Auch zeigt sie sich dankbar für die Hilfe aus dem Dorf. «Alle Leute halfen so lieb mit! Ich danke ihnen von Herzen für die riesige Hilfe.»

*Name der Redaktion bekannt.

veröffentlicht: 3. November 2023 07:08
aktualisiert: 3. November 2023 07:08
Quelle: ZüriToday

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