Kantonsschule Hottingen

Hackerangriff zwingt Schule, neue Maturaprüfungen zu erstellen

3. Juni 2022, 09:54 Uhr
Die Kantonsschule Hottingen ist Mitte Mai von Hackern attackiert worden. Als Folge des Angriffs mussten Maturaprüfungen neu erstellt werden. «Eine Vorsichtsmassnahme», sagt der Rektor. Und doch: Es handelt sich nicht um einen Einzelfall.
Hackerangriffe haben zugenommen, vor allem auf Bildungseinrichtungen.
© Keystone/dpa/Nicolas Armer

Die Schülerinnen und Schüler büffeln, die Maturaprüfungen stehen vor der Tür. Diese hat die Kantonsschule Hottingen bereits vorbereitet – doch dann kommt alles anders: Ein Hackerangriff stellt den Schuljahres-Schlussspurt am Stadtzürcher Gymnasium auf den Kopf. Dies berichtet die «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ).

Die Hacker hätten Zugangsdaten gestohlen und sich dadurch Zugriff auf geschützte Bereiche des IT-Systems verschaffen. Dort waren auch die Prüfungen abgelegt. Anzeichen, dass diese tatsächlich entwendet wurden, gebe es zwar keine, sagt Rektor Daniel Zahno. Und doch: gewisse Maturaprüfungen wurden seither nochmals neu aufgesetzt. «Eine Vorsichtsmassnahme», so Zahno.

Cyberangriffe haben zugenommen

Zu diesen Massnahmen gehört auch, dass die Hottinger Schülerinnen und Schüler ihre schulinternen Passwörter ändern. Ansonsten konnte der Schulbetrieb laut Zahno ohne Probleme weitergeführt werden. Die bisherigen Maturaprüfungen seien wie geplant durchgeführt worden.

Die Kantonsschule erstattete Strafanzeige, Untersuchungen wurden eingeleitet. Viel zutage gebracht haben diese bisher nicht – was aber feststeht: Die Kanti Hottingen ist kein Einzelfall. «Cyberangriffe haben in letzter Zeit in allen Bereichen zugenommen. Das Bildungswesen ist keine Ausnahme», schreibt die Zürcher Bildungsdirektion auf Anfrage der NZZ.

Vermischung von Privatem und Beruflichem bringt Risiko

Dass Schulen besonders oft von Hackerangriffen betroffen sind, überrascht die Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich, Dominika Blonski, nicht. An Bildungseinrichtungen würde eine grosse Anzahl an Lehrpersonen und noch mehr Schülerinnen und Schüler tätig sein, so Blonski. Doch nicht alle von ihnen seien gleich gut für Sicherheitsrisiken sensibilisiert.

Wenn sich zudem private und schulische Daten und Online-Aktivitäten vermischen, zum Beispiel durch das Nutzen eines einzigen Laptops, werde das Risiko zusätzlich erhöht. Blonski versichert deshalb: «Die Informationssicherheit an Schulen gewinnt an Bedeutung.»

(mhe)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 3. Juni 2022 09:25
aktualisiert: 3. Juni 2022 09:54
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