Zürich

Fünf verschiedene Spechtarten brüten derzeit am Hönggerberg in Zürich

Artenvielfalt

Fünf Spechtarten sorgen im Hönggerwald für Spektakel

· Online seit 20.05.2022, 08:14 Uhr
Am Hönggerberg leben fünf von neun Spechtarten. Obwohl sie alle ziemlich verschieden sind, haben sie bei der ETH ihr gemeinsames Habitat gefunden. Die Specht-Expertin des Hönggerwalds erzählt, wieso Spechte ganz besondere Vögel sind.
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Hör mal wer da hämmert! Der Hönggerwald verwandelt sich im Frühling in eine Konzerthalle der Spechte. Gleich fünf der neun Schweizer Spechtarten sind am Hönggerberg heimisch. Der berühmte Buntspecht, der grosse Schwarzspecht, der winzige Kleinspecht, der exotische Grünspecht und der bescheidene Mittelspecht - sie alle hämmern jeweils im März um die Wette.

Klopfen für Nachwuchs

«Zu Beginn des Frühlings suchen die Spechte durch rufen und klopfen ihre Partner und grenzen ihre Reviere gegeinander ab», erzählt die Specht-Expertin Dorothee Häberling. Seit 23 Jahren untersucht sie die Welt der Spechte im Hönggerwald bei der ETH.

Neben dem wissenschaftlichen Institut betreibt die ehemalige Waldschulleiterin ihre ganz eigene Wissenschaft. «Zu Beginn habe ich mir die Bäume einfach notiert, um im nächsten Jahr zu schauen, ob es wieder Junge hat. Doch durch die Erfahrung, die ich sammelte und durch alle Daten ist es beinahe eine wissenschaftliche Arbeit geworden.»

Grosse Artenvielfalt im Hönggerwald

Während des Lockdowns suchte Häberling dann nochmal alle notierten Höhlen ab, markierte allesamt auf einer Karte und zählte so die Spechte am Hönggerberg. So fand sie in ihrem Untersuchungsgebiet durchschnittlich 14 Paar Buntspechte, 2021 auch 1 Paar Schwarzspechte, 3 Mittelspechtpaare, zwei Grün- und ein Kleinspechtfamilie. Eine Artenvielfalt, wie man sie bei den Spechten am Stadtrand nur selten findet.

«Die dicken alten Eichen im Hönggerwald, die man nicht fällt, sind sehr beliebt bei den Spechten. Deshalb hat es dort eine so grosse Dichte», erklärt Häberling. Die 70-jährige ist immer wieder aufs neue fasziniert von den Vögeln. «Die jungen Spechte betteln sehr laut um Futter. So kann man sie relativ einfach finden und wunderbar beobachten.»

Naturspektakel für Spaziergänger

Im Vergleich zu anderen Vögeln in Nestern, fühlen sich die Spechte in ihren Höhlen relativ sicher und lassen sich ohne Probleme beobachten. «Da kann man als Spaziergänger auch mal direkt am Wegrand unter der Höhle stehen bleiben.» Laut Dorothee Häberling seien die Spechte nicht sehr menschenscheu und füttern ihre Jungen auch mal in unter Beobachtung.

Dieses Naturschauspiel ist im Hönggerwald bald wieder zu beobachten. «Die jungen Spechte schlüpfen ungefähr Mitte Mai. Wer dem pausenlosen Hunger-Ruf der Jungtiere folgt, kann bei der Fütterung dabei sein.» Wenn die Jungtiere dann genug stark sind, werden auch sie in die Klopf-Symphonie der Spechte im Hönggerwald einstimmen. (mat)

veröffentlicht: 20. Mai 2022 08:14
aktualisiert: 20. Mai 2022 08:14
Quelle: ZüriToday

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