Energiesparmassnahmen in Zürich

Frieren bei sommerlichen Temperaturen

4. Oktober 2022, 09:32 Uhr
Das Hallenbad Altstetten hat als erstes Bad in Zürich die Temperatur um ein Grad gesenkt. Allerdings haben diese Anpassungen nicht alle wahrgenommen.

Quelle: TeleZüri

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Normalerweise sind es im Hallenbad Altstetten 32 Grad, das Wasser in den Becken hat 29 Grad und im Nichtschwimmerbecken sind es sogar 30 Grad. Im Juli hatte die Betriebsgenossenschaft Hallenbad Altstetten entschieden, in der jährlichen Revision wegen des drohenden Energiemangels sowohl die Luft- als auch die Wassertemperaturen um ein Grad zu senken.

Im Hallenbad Altstetten ist es besonders dringlich, da hier noch mit Gas geheizt wird. Das belastet die Rechnung des Hallenbades in diesem Jahr um Längen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Die Gaspreise haben sich seit Ausbruch des Ukraine-Krieges verdoppelt.

Sparpaket der Stadt Zürich  

Die Betriebsgenossenschaft würde gerne die Heizung auswechseln und klimaneutral heizen, heisst es weiter. Doch entscheiden könne sie das nicht, denn das Hallenbad gehört der Stadt Zürich.

Ende August hatte auch der Bundesrat die Bevölkerung zum Energiesparen aufgefordert. In einem Sparpaket ist die Senkung von Wasser- und Lufttemperatur um ein Grad in allen städtischen Hallenbädern eine von 15 Massnahmen. Das soll demnach den Energieverbrauch um immerhin rund 5 Prozent senken.

Kinder spüren den Unterschied

Ob die Gäste die Veränderung merken? Bademeister Michael Wengi sagt zum «Tages-Anzeiger», dass er selten höre, die Temperatur sei zu tief. Vor allem zu Beginn war es kein Thema, erst nachdem es öffentlich gemacht wurde, höre er hie und da mal einen Kommentar. «Das ist aber eher der psychologische Aspekt.»

Bei kleineren Kindern würde sich der Temperaturunterschied schon bemerkbar machen. Vergangene Woche sei das Wasser im Nichtschwimmerbecken auf 27 Grad gesunken. «Das ist klar zu kalt, da schlottern vor allem die kleinen Kinder sofort, auch wenn die Luft 31 Grad warm ist.» Darum hat das Sportamt beschlossen, in den nicht öffentlichen Schulschwimmbecken die Temperaturen bei den üblichen 30 Grad (Wasser) und 32 Grad (Luft) zu belassen. Wem tiefere Temperaturen nichts ausmachen, der kann nach Seebach ins Freibad gehen. Das hat noch bis Ende Oktober geöffnet.

(sib)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 4. Oktober 2022 06:56
aktualisiert: 4. Oktober 2022 09:32