Zürich

Freundin von Drogenboss in Zürich wegen Geldwäscherei verurteilt

Prozess

Freundin von Drogenboss in Zürich wegen Geldwäscherei verurteilt

12.07.2023, 11:16 Uhr
· Online seit 12.07.2023, 09:26 Uhr
Einer 29-jährigen Niederländerin wurde am Mittwochmorgen in Zürich der Prozess gemacht, weil sie 2,5 Millionen Franken Drogengeld verprasst hat. Sie ist die Freundin des belgischen Drogenbosses Flor Bressers, der 2022 ausgeliefert wurde.
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Ganze 2,5 Millionen Franken an Drogengeldern hat sie verprasst: Die 29-jährige Niederländerin ist die Freundin des belgischen Drogenbosses Flor Bressers, der 2022 verhaftet und ausgeliefert wurde. Sie lebte zwischen 2020 und ihrer Verhaftung im Februar 2022 mit dem  «Fingerabschneider», wie Bressers genannt wurde, und ihrem Kind in Zürich und Rüschlikon.

Das Geld hat die Beschuldigte gemäss Anklage unter anderem für Übernachtungen in den Luxushotels Baur au Lac und Dolder Grand, eine teure Wohnung in Zürich und eine Villa am Zürichsee in Rüschlikon ausgegeben.

Mit gefälschten Dokumenten zur Aufenthaltsbewilligung

Dabei hat sie gemäss Anklage mit einem gefälschten Ausweis die Zimmer gebucht und den Mietvertrag für die Villa abgeschlossen. Um eine Aufenthaltsbewilligung B zu erhalten, hat die 29-Jährige zudem einen gefälschten Arbeitsvertrag vorgewiesen.

Die Anklageschrift führt weiter teure Extravaganzen wie 131 Weinflaschen im Wert von 400'000 Franken und ein Boot der Marke Boesch für 175'000 Franken auf, die mit dem Drogengeld bezahlt worden seien.

Bedingte Freiheits- und Geldstrafe

Die Anklage lautete unter anderem auf schwere Geldwäscherei. Die 29-Jährige habe gewusst, dass das Geld aus Verbrechen stammte. Die Staatsanwaltschaft hat sich mit der Verteidigung auf ein abgekürztes Verfahren geeinigt. Das heisst auch, dass die Beschuldigte grundsätzlich geständig ist.

Das Bezirksgericht Zürich stimmte dem Urteilsvorschlag zu und verurteilte die Frau zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einer bedingten Geldstrafe von 100 mal 60 Franken. Dafür kassierte sie eine Probezeit von zwei Jahren.

Das Gericht geht auch davon aus, dass die rund 8,5 Monate in Untersuchungshaft - zusammen mit ihrem Kind - einen bleibenden Eindruck bei der Beschuldigten hinterlassen haben. Die Kosten des Verfahrens muss die Niederländerin übernehmen. Diejenigen für ihren amtlichen Verteidiger, über 85'000 Franken, gehen vorerst auf die Staatskasse.

Niederländerin sitzt im Gefängnis

Die Beschuldigte wurde vom Verfahren dispensiert. Sie war an der Verhandlung nicht anwesend. Die Niederländerin sitzt seit ihrer Verhaftung im Gefängnis und darf Belgien derzeit nicht verlassen. Bressers und seine Freundin wurden im Februar 2022 von der Sondereinheit «Diamant» im Zürcher Renaissance Tower verhaftet.

Er soll mit seiner Organisation tonnenweise Kokain nach Europa geschmuggelt haben. Bressers wurde bereits an Belgien ausgeliefert. Wie der Richter am Mittwochmorgen sagte, habe er das Gesuch um Dispensation angenommen, nachdem die Niederländerin die Vorwürfe schriftlich akzeptiert und auf eine Teilnahme am Prozess verzichtet habe.

(sda/nib)

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veröffentlicht: 12. Juli 2023 09:26
aktualisiert: 12. Juli 2023 11:16
Quelle: ZüriToday

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