Zürich

«Frechheit» – Betreiber von Food-Ständen am HB sind hässig auf Veranstalter

Street Food Park

«Frechheit» – Betreiber von Food-Ständen am HB sind hässig auf Veranstalter

· Online seit 26.04.2023, 11:28 Uhr
Für zwei Wochen bieten Standbetreiberinnen und Standbetreiber im Zürcher Hauptbahnhof Köstlichkeiten aus der ganzen Welt an. Mehrere Male wurde aber nun schon bei den Ständen eingebrochen. Die Schuld sehen die Betreibenden beim Veranstalter.
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In den Augen der Betreibenden ist der Veranstalter des Street Food Parks in der Bahnhofshalle am Hauptbahnhof vertragsbrüchig. Weil professionelles Security-Personal fehle, seien schon mehrere Einbrüche verübt worden. Dies kritisieren mehrere Strandbetreiberinnen und Betreiber.

Bei einem von ihnen, der den Stand schon seit mehreren Jahren zusammen mit seiner Frau betreibt, wurde sogar zweimal innert weniger Tage eingebrochen. Der 38-Jährige sagte gegenüber «20 Minuten», dass er eine Sicherheitskamera installiert habe und den Täter «auf frischer Tat» ertappen konnte.

Zwei Wochen Miete für 11'500 Franken

Die Schuld für die Einbrüche gibt er dem Veranstalter. «Im Vertrag steht klar, dass der Veranstalter für eine professionelle Nachtpatrouille aufkommen wird – dem ist aber nicht so. Der Veranstalter ist somit vertragsbrüchig», sagt er.

Ein happiger Vorwurf. «Bei einer so hohen Standmiete müsste die versprochene Nachtpatrouille vor Ort sein – es ist schlicht eine Frechheit», findet er

Mit seiner Kritik steht er aber nicht alleine da. Ein weiterer Standbetreiber beklagt ebenfalls einen Einbruch und entwendete Küchenutensilien. Er verrät dem Newsportal auch, was zwei Wochen Miete für seinen Stand kosten: 11'500 Franken.

Verweis auf Sicherheitspersonal der SBB

Die Anschuldigung des Vertragsbruches weist Veranstalter Daniele Ficarazzi von sich und sagt auf Anfrage von «20 Minuten», dass es sich um ein Missverständnis handle. Es sei nie gedacht gewesen, dass eine vom Street Food Park organisierte Patrouille die Stände sichere.

«Mit der professionellen Nachtpatrouille ist die Transsicura der SBB gemeint», so Ficarazzi. Die Transicura bewacht den Bahnhof rund um die Uhr.

Nach den Einbrüchen wurde zusätzliches Sicherheitspersonal aufgeboten, erklärt er. Gleichwohl erinnert Ficarazzi auch daran, dass jeder wisse, dass Einbrüche vorkommen können und man keine Wertsachen in den Ständen lassen sollte.

Vertragsbruch für Anwalt klar vorhanden

Für Rechtsanwalt Christian Lenz von Lenz & Caduff Rechtsanwälte ist die Sachlage aber klar. Aus seiner Sicht habe der Veranstalter den Vertrag verletzt. «Denn der Vertrag hält fest, dass der Veranstalter eine professionelle Nachtbewachung stellt», so Lenz.

Im Vertrag sei explizit die Rede davon, dass eine Nachtpatrouille im Einsatz sein werde. Trotz des Verweises auf die Transicura, habe er sich demnach nicht an den Vertrag gehalten.

Bei der Kantonspolizei Zürich hat man Kenntnis von den Einbrüchen. Aufgrund laufender Ermittlungen kann die Polizei keine weiteren Informationen Preis geben.

(roa)

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veröffentlicht: 26. April 2023 11:28
aktualisiert: 26. April 2023 11:28
Quelle: ZüriToday

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