Kein Schnee in Sicht

Frau Holle lässt Zürich weiter im trüben Herbst-Grau sitzen

Angela Rosser, 15. November 2022, 15:14 Uhr
Schon bald flackert die erste Kerze auf dem Adventskranz und es wird Zeit, sich um die Weihnachtsgeschenke zu kümmern. Und der Schnee? Der lässt auf sich warten. Aussergewöhnlich lange, wenn man die vergangenen Jahre anschaut.
Anzeige

Der Herbst im Flachland zeigt sich einseitig und einfarbig. Nämlich grau. Das soll auch noch eine Weile so bleiben. Schnee? Mangelware. Schaut man sich die Statistiken vergangener Jahre an, fällt auf, dass der früheste Schnee im Flachland teils schon im Oktober fiel. Zwischen Mitte November und Anfang Dezember hat es in den vergangenen Jahren oft schon einmal geschneit.

Schnee kommt sonst früher

Nicht so dieses Jahr. Wann es den ersten Schnee bis in die tiefen Lagen geben solle, sei noch nicht abzusehen, schreibt «MeteoNews». Zum Beispiel schneite es am 28. Oktober 2018 bereits bis in tiefe Lagen. In den kommenden Tagen soll es aber noch nicht so weit sein. «Mittelfristig sieht es nicht danach aus, als würde in den nächsten zehn Tage die Schneefallgrenze unter 1000 Meter sinken», erklärt Meteorologe Michael Eichmann

Heisst das, wir sitzen einfach in der grauen Nebelsuppe fest? Ein Blick auf die Prognosen ist ernüchternd. In Zürich bleibt es bewölkt, vereinzelt kann es nachmittags zu Schauern kommen, in der Nacht bleibt es wolkig und mit einer über die Nacht einziehenden Kaltfront wird es wieder nass.

Die grauen Wolken wirken übrigens nur wie Nebel. Denn: «Nebel bildet sich nur, wenn das Wetter stabil bleibt und zur Zeit kommen immer wieder Störungen auf, durch die sich die Kalte Luft nicht absetzen kann», erklärt Eichmann das Grau am Himmel.

Kurzes sonniges Aufbäumen

Am Mittwoch schüttet es Richtung Alpen noch einmal, wird dann aber wenigstens sonnig. Die Temperaturen bewegen sich stetig zwischen 7 und 11 Grad. Am Mittwochnachmittag könnte das Quecksilber bis auf dreizehn Grad klettern.

Aufs Wochenende drohen die Temperaturen wieder in den einstelligen Bereich zu fallen. Überhaupt sind wir temperaturtechnisch überdurchschnittlich unterwegs, so der Meteorologe. «Bereits in den ersten zwei November-Wochen befinden wir uns zweieinhalb Grad über dem Durchschnitt», so Eichmann.

Und die Schneefallgrenze? Diese sollte von 2000 Metern am Donnerstag zum Wochenende hin auf 1000 bis 1100 Meter sinken – bis ganz nach unten ins Flachland schaffen es die Flocken aber immer noch nicht. Wer vor Kälte und Dunkelheit fliehen will, sollte sich übers Wochenende einen Ausflug auf die Alpensüdseite überlegen.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 15. November 2022 14:56
aktualisiert: 15. November 2022 15:14