Badi-Gate in Zürich

«Fleischberge? Wir baden in Abfallbergen!»

Barbara Lanz, 21. Juni 2022, 10:34 Uhr
Zu viele Leute, zu wenig Badis, zu heiss: So schön das Wochenende war, so sehr ging es einigen an die Nerven. Hier gehts zu den besten Diskussionen über das Zürcher Badi-Problem.

«Mich erwartet ein riesiger Fleischberg, wenn ich am See oder an der Limmat ankomme»: Diese Aussage eines Badigängers löst Diskussionen aus. Braucht Zürich mehr Sommerbäder? Oder sind wir einfach zu viele hier?

Die aktuell hohen Temperaturen scheinen den Meinungsaustausch regelrecht zu befeuern. «Das wird noch schlimmer, wenn sich die Reichen noch mehr Uferzonen am See krallen», meint ein User auf Facebook.

«Am Sonntag hatten wir nichts mehr»

Eine Userin doppelt nach: «Für mich war das ein Grund, aus Zürich wegzuziehen...Trams, Badis, Bahnhof - wie im Hühnerstall.» Wieder andere sind sich sicher, dass der Platzmangel an See und Fluss mit dem Bauwahnsinn zu tun haben muss.

Einer, der sich eigentlich freut über Besuch, ist Kurt Münger, Betreiber des Kiosks «The Beach» in Glanzenberg. Dieses Wochenende kam aber selbst er an seine Grenzen: «Wir wurden total überrannt. Es fing am Freitagabend an und am Sonntag hatten wir nichts mehr», sagt er zu ZüriToday.

Und: Aus den Fleischbergen wurden Abfallberge. «Die Leute nehmen ihr Zeug zum Grillen mit und lassen am Ende einfach alles liegen. Wenn es so weitergeht, haben wir bald tonnenweise Abfall.»

Adria am Letten, Neapel in Glanzenberg

Besonders problematisch für Münger: Die Abfallberge türmen sich hinter seinem Kiosk. Als Privatbetreiber muss er nämlich auf die offizielle Abfallentsorgung warten - und die kommt erst am Donnerstag.

So gleicht der Letten am Wochenende also einem überfüllten Adriastrand im Hochsommer und Glanzenberg kämpft mit Problemen wie damals Neapel während der Abfallkrise.

Doch zurück zum Platzproblem. «Wird es mir in der Badi zu voll, gehe ich einfach aufs Boot», so der Tipp eines Users. «Jedem Zürcher sein Boot und das Problem ist gelöst», so der Konter eines anderen.

Hast du Lösungsvorschläge für den Dichtestress an See und Fluss? Schreib sie uns in die Kommentare oder melde dich per Whatsapp:

Neben der Forderung der Grünen, neue Badis zu bauen, gibt es noch andere Vorschläge in der Community. ÖV in die Badi-Abos integrieren, geeignete Ein- und Ausstiegsplätze entlang der Limmat oder aber: «Bleibt einfach zu Hause, da ist es kühl und die Fleischberge landen höchstens auf dem eigenen Grill.»

Quelle: Arbeitende schwitzen in der Hitze / TeleZüri-Beitrag vom 18. Juni

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 21. Juni 2022 10:52
aktualisiert: 21. Juni 2022 10:52
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