Aufstiegsfeier in Winterthur

FCW-Ramizi hantiert mit Pyro – das sagen die Verantwortlichen

25. Mai 2022, 13:58 Uhr
Die Freude in Winterthur ist riesig über den Aufstieg in die Super League. Entsprechend wurde Sonntagnacht vor dem Stadthaus gefeiert. Exklusive Bilder zeigen: Winti-Spieler Samir Ramizi hantiert mit einer Pyro-Fackel. Der FCW verurteilt die Aktion.

Quelle: TeleZüri / Eduard Brand

Der FC Winterthur sicherte sich am Samstag die Meisterschaft in der zweithöchsten Fussball-Liga, der Challenge League, und feiert damit nach 37 Jahren die Rückkehr ins Oberhaus. Nach dem Spiel kehrten die siegreichen FCW-Helden nach Winterthur zurück und feierten am späten Abend dann vor dem Stadthaus. Ausgelassen, wild, voller Freude – und auch mit Pyrofackeln.

Aber nicht etwa nur Fans feierten mit Fackeln, sondern auch ein Spieler des FC Winterthur. Auf exklusiven TeleZüri- und ZüriToday-Aufnahmen ist zu sehen, wie Samir Ramizi mutmasslich eine Pyro-Fackel zündet und in der Luft schwenkt – inmitten der Fanmassen.

Obwohl das Zünden von pyrotechnischen Fackeln in Schweizer Stadien immer wieder vorkommt, kann es einen Verstoss gegen das Sprengstoffgesetz darstellen – und mit Geldstrafen und in schlimmeren Fällen gar mit Haftstrafen sanktioniert werden. Es gibt allerdings auch legale Fackeln – in Ramizis Fall ist nicht klar, welche Fackel verwendet wurde.

Das sagt der FCW

Für Andreas Mösli, Mediensprecher des FC Winterthur, ist der Fall klar: «Das ist natürlich unglücklich, jeder weiss, dass das verboten ist», sagt er gegenüber TeleZüri und ZüriToday. Wie man den Fall intern abhandelt, will er aber nicht verraten: «Wie viele Peitschenhiebe er jetzt erhält, das sag ich nicht. Aber es ist klar, dass er etwas dafür tun muss.»

Bestrafung droht nicht nur von Vereinsseite, sondern unter Umständen auch von Polizeiseite. Mösli sagt: «Der Spieler muss wohl mit einer Anzeige rechnen. Aber das ist sein persönliches Problem. Er wusste, worauf er sich eingelassen hat. Er muss Verantwortung tragen für das, was er gemacht hat.»

«Pyros sind ein ernsthaftes Thema»

Mösli will das Problem aber nicht verniedlichen: «Pyros sind ein ernsthaftes Thema. Man kann dafür sein oder dagegen, aber es ist ein ernsthaftes Thema und da haben wir als Verein auch eine gewisse Verantwortung, das ist logisch.»

Eine solche Reaktion eines Spielers sei aber auch verständlich: «Die Spieler waren euphorisiert. Es war irgendwie nachvollziehbar, dass so etwas passierte. Aber wie gesagt, der Spieler muss dafür Verantwortung tragen, er ist ein erwachsener Mann.»

Polizei will möglicherweise ermitteln

Auf Nachfrage bei der Stadtpolizei Winterthur sagt Mediensprecherin Rahel Egli: «Wir werden der Sache nach gehen. Wir müssen die Aufnahmen mit unseren Spezialisten genau anschauen. Unsere Fachleute werden sich mit den Bildern auseinandersetzen und sollte sich herausstellen, dass es sich um eine [verbotene] Seenotfackel handelt, wird die Person zur Anzeige gebracht.»

Erinnerungen an FCZ-Cupsieg 2018

Der Vorfall weckt Erinnerungen an die FCZ-Feier des Cupsiegs im Jahr 2018. Die beiden FCZ-Spieler Mirlind Kryeziu und Adrian Winter zündeten auf dem Balkon des Volkshauses eine Pyrofackel. Dafür wurden sie wegen Verstössen gegen das Sprengstoffgesetz mit bedingten Geldstrafen bestraft, berichtete die NZZ am Sonntag.

Quelle: TeleZüri/Archivaufnahme von 2018

Die Spieler kamen relativ glimpflich davon: Kryeziu kassierte eine bedingte Geldstrafe in der Höhe von 50 Tagessätzen zu je 100 Franken, Winter hingegen nur eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen – wegen Gehilfenschaft, weil er Kryezius Handgelenk hielt und nicht die Fackel selbst. Der FCZ sanktionierte die zwei Spieler jedoch ebenfalls: Er habe ihnen «Bussen im vierstelligen Bereich» auferlegt, sagte damals Präsident Ancillo Canepa.

(red.)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 23. Mai 2022 17:05
aktualisiert: 25. Mai 2022 13:58
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