Zürich

«Falsche Argumente» der Stadt Zürich machen Quartierverein hässig

Mediterrane Nächte

«Falsche Argumente» der Stadt Zürich machen Quartierverein hässig

18.01.2024, 12:06 Uhr
· Online seit 18.01.2024, 12:03 Uhr
Gastronomiebetriebe dürfen ihre Aussenflächen ab diesen Sommerferien jeweils an Wochenenden bis zwei Uhr nachts offen halten. Die Stadt führt die mediterranen Nächte definitiv ein. Die Kritik der Anwohnenden bleibt, sie sind enttäuscht.

Quelle: TeleZüri-Beitrag vom 16. Juli 2022

Anzeige

Die mediterranen Nächte wurden insgesamt positiv beurteilt. So begründet die Stadt die definitive Einführung der verlängerten Öffnungszeiten für Gastrobetriebe während der Sommerferien-Wochenenden.

Die grösste Angst, dass es zu mehr Lärmklagen kommen könnte, habe sich als unbegründet erwiesen. Genau hier setzt die Kritik der Gegnerinnen und Gegner der mediterranen Nächte an. Dieses Argument sei nicht stichhaltig, an den kritischen Punkten habe es gar nie mediterrane Nächte gegeben.

Zwei Pilotversuche, viele Beschwerden

In den Sommern 2022 und 2023 testete die Stadt die verlängerte Bewirtung im Freien. Angestossen wurden die Pilotversuche durch eine breit abgestützte Mehrheit im Gemeinderat, welche die mediterranen Nächte verlangt hatte.

Betriebe mit einer Aussenfläche konnten sich für die Pilotversuche bis im Frühling jeweils bewerben, sie mussten gewisse Auflagen erfüllen. Die Stadt erteilte darauf die Bewilligungen für die Betriebe einzeln, gegen jede Bewilligung konnten Anwohnende Beschwerde einreichen.

Von diesem Recht machten gewisse auch Gebrauch. Weil eine Beschwerde die Bewilligung derart verzögert, waren damit für das betroffene Restaurant die mediterranen Nächte gelaufen. Bis die Beschwerde allenfalls abgewiesen worden wäre, war der Sommer ohnehin vorbei.

An kritischen Punkten gab es keine mediterranen Nächte

Dass die Stadt die mediterranen Nächte definitiv einführt, enttäuscht Felix Stocker. Stocker ist Präsident eines Quartiervereins in der Innenstadt und Gegner der ersten Stunde. Zusammen mit Anwohnenden hatte sich der Quartierverein von Beginn weg gegen die verlängerten Öffnungszeiten gewehrt. Die Anwohnenden wären schon so genügend Lärm ausgesetzt.

Gegenüber ZüriToday sagt er: «Die Pilotversuche der Stadt sind nicht aussagekräftig.» An den kritischen Punkten hätten die Anwohnenden jeweils gegen die Bewilligungen der Stadt rekurriert. «Somit gab es an den kritischen Punkten auch keine mediterranen Nächte.»

Entsprechend habe es an diesen Orten auch keine Lärmklagen gegeben. Dass die Stadt nun die definitive Einführung darauf stütze, dass es nicht mehr Lärmklagen gegeben hätte, sei also nicht stichhaltig.

Jeweils um die 100 teilnehmende Betriebe

Die Stadt entgegnet dem, dass man die beiden Pilotversuche sehr sorgfältig ausgewertet habe – insbesondere die Lärmthematik. In beiden Sommern nahmen jeweils um die 100 Restaurants, Bars und Cafés an den mediterranen Nächten teil.

Es habe beide Male nicht mehr Lärmklagen gegeben, sagt Katharina Schorer von der Stadt Zürich auf Anfrage. «Da hätten ein paar zusätzliche Betriebe, die mitgemacht hätten, kein anderes Gesamtbild ergeben.»

Auch künftig ist die Teilnahme an den mediterranen Nächten an Bedingungen geknüpft. So dürfen Flächen nicht extra dafür ausgebaut werden. Lautsprecher und Live-Musik sind nicht erlaubt. Ausserdem müssen die Wirtinnen und Wirte an Lärmschutzmassnahmen mitwirken.

Die Betriebe müssen sich wie schon bei den Pilotversuchen jeweils bis im Frühling für die Teilnahme bei der Stadtpolizei melden, welche dann prüft, ob die Voraussetzungen für die verlängerten Öffnungszeiten erfüllt sind.

Auch wenn die Stadt die mediterranen Nächte nun laut Mitteilung definitiv einführt: Dafür muss das Gastgewerbegesetz geändert werden. «Wir prüfen, welche juristischen Optionen wir haben», sagt Felix Stocker vom Quartierverein. Wenn möglich, werde man die Quartierbewohnerinnen und -bewohner bei einer Einsprache gegen diese Gesetzesänderung unterstützen.

Scan den QR-Code

Du willst keine News mehr verpassen? Hol dir die Today-App.

veröffentlicht: 18. Januar 2024 12:03
aktualisiert: 18. Januar 2024 12:06
Quelle: ZüriToday

Anzeige
Anzeige
zueritoday@chmedia.ch