WM in Katar

Diese Fussball-Public Viewings finden in Zürich und Winterthur statt

16. November 2022, 09:43 Uhr
Fussball bei Glühwein und Weihnachtsdeko? Die WM in Katar löst bei vielen Zürcherinnen und Zürchern keine Euphorie aus, der Gemeinderat könnte am Mittwoch gar ein Public-Viewing-Boykott aussprechen. Dennoch sind in Zürich und Winterthur einige davon geplant.
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Nur noch wenige Tage dauerts, bis der Ball in Katar rollt! Und während 32 Nationalmannschaft in der Wüste um den WM-Titel spielen, flimmern auch hierzulande die Bildschirme und Leinwände. In Zürich finden zwar bei weitem nicht so viele Public Viewings statt wie in den Vorjahren, während der Sommermonate. Ganz verzichten müssen Fussball-Fans aber trotzdem nicht.

Auf öffentlichem Grund tut sich zwar nicht viel, was wohl auch den tiefen Temperaturen geschuldet ist. Wie es beim Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich auf Anfrage von Keystone-SDA hiess, wurden zwar drei Gesuche von Privaten eingereicht – zwei davon wurden jedoch wieder zurückgezogen. Beim dritten Gesuch handelt es sich um ein einziges Fernsehgerät auf einer Terrasse eines Restaurants auf öffentlichem Grund.

In Oerlikon gibts ein grosses Public Viewing

Am Mittwoch entscheidet der Zürcher Gemeinderat zudem darüber, ob er einem Antrag der Alternativen Liste (AL) zum Boykott von Public Viewings auf öffentlichem Grund folgt. Da bisher kaum ein Gesuch eingegangen ist, dürfte dies allerdings bloss symbolischen Wert haben.

In einigen Bars, Pubs und Restaurants auf privatem Grund, die keine Bewilligung benötigen, werden die Fussballspiele durchaus zu sehen sein. Zu ihnen gehören die Wunderbar in der Langstrasse, die RestoDisco Charlatan an der Lagerstrasse, das Don Weber beim Escher-Wyss-Platz oder das Restaurant Totò im Seefeld. Auch das FIFA Museum in der Seestrasse beim Bahnhof Enge zeigt alle 64 Spiele live.

In der Halle 550 beim Bahnhof Oerlikon findet zudem ein grosses Public Viewing mit diversen Verpflegungs-Möglichkeiten statt.

In Winterthur stehen die Chancen besser

Etwas Fussballfieber dürfte auch in Winterthur aufkommen: Wie bei allen WMs und EMs ist erneut eine «Winti Arena» in der Reithalle geplant, zumindest gemäss der Website der Veranstalter. Genauere Angaben dazu fehlen noch.

Ein zweites Public Viewing wird es im alten Busdepot an der Tösstalstrasse geben. Dort lädt der Verein «Fussballkultur» zum Public Viewing. Die Kritik am Austragungsort und am Zeitpunkt der WM ist jedoch auch hier Thema.

Amnesty International unterstützt Public Viewing

Ende September gab es in der Halle bereits eine Podiumsdiskussion darüber, ob eine Fanzone angesichts der Menschenrechtsverstösse und der katastrophalen Ökobilanz dieser Spiele überhaupt angebracht sei.

Die Verantwortlichen führen das gemeinsame Fussballschauen trotz aller Kritik am Anlass durch. Bei den «Friends», also «Freunden» des Anlasses, ist aber unter anderem die Menschenrechtsorganisation «Amnesty International» aufgeführt.

Wie siehts in anderen Ländern aus?

Mancherorts geht die Kritik an der WM in Katar deutlich weiter: In Frankreich etwa haben sich schon zahlreiche Grossstädte für einen WM-Boykott entschieden, darunter Paris, Marseille, Bordeaux und Nancy.

In diesen Städten wird es keine Public Viewing geben. Als Grund geben die Verantwortlichen gemeinsam die ökologischen und sozialen Umstände an. Sie kritisieren zudem den Zeitpunkt des Turniers. Anpfiff ist am 20. November. Das Finalspiel wird am 18. Dezember stattfinden, also am vierten Advent.

Der Wüstenstaat Katar steht wegen Menschenrechtsverstössen und seines Umgangs mit Gastarbeitern schon lange in der Kritik. Während der Bauarbeiten für die WM-Stadien kam es zu zahlreichen tödlichen Unfällen. Die Regierung verweist aber auf eigene Reformen und weist Teile der Kritik zurück.

(sda/jaw/mhe)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 11. Oktober 2022 07:18
aktualisiert: 16. November 2022 09:43