Zürich

Die Zürcher Firma, vor der sich Mietende fürchten sollten

Gentrifizierung

Die Zürcher Firma, vor der sich Mietende fürchten sollten

25.07.2023, 11:57 Uhr
· Online seit 23.07.2023, 08:30 Uhr
Bezahlbaren Wohnraum abreissen und Luxuswohnungen bauen: Das ist das Geschäftsmodell des Zürcher Immobilienunternehmens Xania. Der Mieterinnen- und Mieterverband ist alarmiert.
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Die Firma des Immobilienunternehmers Thomas Prajer kauft reihenweise Mehrfamilienhäuser auf, kündigt den Mieterinnen und Mietern, reisst die Gebäude ab und stellt Häuser für Luxusapartments für Reiche auf.

Aus günstigen Mietwohnungen werden so Luxuswohnungen, die mehrere Millionen Franken kosten, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Unter Namen wie «Great 31», «Crystal House» oder «Symphony 11» werden diese dann verkauft.

Porsche als Geschenk für Wohnungs-Käufer

«Symphony 11» sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen, weil zusätzlich zu den Wohnungen am Zürichberg ein E-Porsche gratis versprochen wurde. Eine 4,5-Zimmer-Wohnung mit 145 Quadratmetern und Dachterrasse kostet 4,8 Millionen Franken. Laut Firmenwebsite sind alle Wohnungen verkauft.

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Der Mieterinnen- und Mieterverband warnt vor dem Ausverkauf des bezahlbaren Wohnraums an Xania. In vielen Auktionsverfahren hat Xania in den letzten zwei Jahren andere Kaufinteressenten überboten. «Im Monat kaufen wir ein bis zwei Immobilien», sagt Prajer gegenüber der Zeitung.

Projekte in Altstetten und Oerlikon geplant

Aktuell befinden sich 12 Projekte im Bau, 38 sind in der Planungsphase. Die Adressen befinden sich meist an den besten Lagen: in Küsnacht, Zollikon oder am Zürichberg.

Aber Prajer stösst auch in bisher weniger prestigeträchtige Quartiere vor: In Altstetten beispielsweise wächst ein Neubau, weitere Projekte sind in Planung, und in Oerlikon sollen neben anderen Projekten zwei Einfamilienhäuser abgerissen werden.

Neben Bankkrediten stammt das Kapital von verschiedenen Investoren, darunter Christoph Ringier von der gleichnamigen Verlegerfamilie. Prajer will mit seinem Geschäftsmodell nun auch nach Zug, Luzern und Basel expandieren.

(lol)

veröffentlicht: 23. Juli 2023 08:30
aktualisiert: 25. Juli 2023 11:57
Quelle: ZüriToday

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