Trotz Warnung

Deshalb haben Zürcher Feuerwehren keine Angst vor Waldbränden

Olivia Eberhardt, 28. Juli 2022, 14:21 Uhr
Hitze und Trockenheit sorgen schweizweit für Feuerverbote, auch im Kanton Zürich. Eine Situation, die wir auch in den kommenden Jahren immer wieder antreffen werden. Bei Zürcher Feuerwehren macht man sich um Waldbrände dennoch keine Sorgen. Wieso nicht?
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Drei Einsätze in fünf Jahren wegen Waldbränden, diese Bilanz zieht Schutz und Rettung Zürich, deren Feuerwehr zu den wenigen Berufsfeuerwehren im Kanton gehört, so Sprecher Marco Grendelmeier. Dabei handelte es sich grösstenteils um harmlose Brände: «Diese Einsätze sind meist wenig spektakulär.» Das liegt auch daran, dass im Raum Zürich vorwiegend Laubwälder stehen. Baumbrände, wie man sie beispielsweise von Griechenland oder Kalifornien kennt, sind selten.

Auch im Austausch mit anderen Feuerwehren spielen Waldbrände laut Grendelmeier keine grosse Rolle: «Die Feuerwehr von Schutz & Rettung Zürich ist im laufenden Austausch mit ausserkommunalen, -kantonalen und auch internationalen Feuerwehren zwecks Informations- und Know-How-Austausch. Auf Präventionsstrategien und Erfahrungen bezüglich Waldbränden wurde bisher aber noch kein Hauptaugenmerk gelegt.»

Kadermitarbeiter schulen

Die Feuerwehr Wallisellen gehört zu den grössten Milizfeuerwehren im Kanton. Hier sieht man der Situation gelassen entgegen: “Wir rechnen nicht damit, dass es in unserem Einsatzgebiet künftig zu grösseren Einsätzen wegen Waldbränden kommt, auch weil unser Gebiet gut erschlossen ist und Brände schnell erkannt, und dann auch gelöscht werden können”, erklärt Marcel Rinderknecht, Bereichsleiter Feuerwehr bei der Stadt Wallisellen.

Auch zusätzliche Ausbildungen sind nicht geplant. Um sich gegen Waldbrände zu wappnen, schickt man in Wallisellen die Kadermitarbeitenden wie bisher in Schulungen des Schweizerischen Feuerwehrverbandes. Diese geben das Wissen dann wiederum an die Feuerwehrleute weiter.

Zusätzliche Stützpunktfeuerwehren 

Ähnlich klingt es bei der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich, GVZ. Auf Anfrage teilt das Unternehmen mit, dass regelmässig Kurse durchgeführt werden, um die Feuerwehrinstruktorinnen und -instruktoren sowie die Stützpunktfeuerwehren zum Thema Waldbrandbekämpfung zu schulen. Zudem stehe man in einem regelmässigen Austausch mit kantonsübergreifenden Gremien sowie stärker betroffenen Kantonen wie Wallis, Graubünden oder Tessin.

Um für künftige Trockenperioden bereit zu sein, wurden zudem drei zusätzliche Waldbrand-Stützpunktfeuerwehren in Affoltern am Albis, Bülach und Winterthur geschaffen, die Ortsfeuerwehren personell und mit Spezialmaterial unterstützen können.

Wenig Waldbrände dank Feuerverbot

Der Blick in die Vergangenheit zeigt zudem: Einen wirklich grossen Waldbrand gab es auch im Kanton Zürich in den letzten Jahrzehnten nicht. Dies ist laut der GVZ auf die Feuerverbote, die auch in den Vorjahren immer wieder ausgesprochen wurden, den bewussteren Umgang mit dem Feuer und auf die schnelle Intervention der Ortsfeuerwehren zurückzuführen.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 28. Juli 2022 14:21
aktualisiert: 28. Juli 2022 14:21