Trotz Stromkrise

Deshalb brennen manche Strassenlaternen in Zürich am Tag

Olivia Eberhardt, 10. September 2022, 07:50 Uhr
Licht löschen, kalt duschen und Heizung runterdrehen: Zürich bereitet sich auf eine mögliche Strommangellage vor. Auch die Strassenbeleuchtung soll künftig teilweise oder ganz abgeschaltet werden. Trotzdem brennen die Lampen manchmal tagsüber.

Quelle: TeleZüri / Beitrag vom 7. September 2022

Um Strom zu sparen, gibt es viele Möglichkeiten. Erst kürzlich hat die Stadt Zürich ihre Massnahmen vorgestellt. In einem zweiten Schritt soll hier die Strassenbeleuchtung abgeschaltet werden. Ausgerechnet diese entdeckt ein Reddit-User nun aber mitten am Tag angeschaltet und fragt sich: «Ist es in Zürich normal, dass Strassenlaternen am helllichten Tag brennen? Was ist mit Strom sparen und so?»

Die Antwort kommt von einem anderen User, der wiederum auf die EKZ verweist. Nach eigenen Angaben prüft man die Strassenbeleuchtung im Kanton mehrmals pro Jahr. Weil auch die «gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsmessungen der Leuchten» bei eingeschalteter Beleuchtung durchgeführt werden müssen, brennen die Lichter also auch mal am Tag.

50'000 Leuchten für die Zürcher Strassen

Auch das EWZ, das für die Strassenbeleuchtung in der Stadt Zürich zuständig sind, kontrolliert die Leuchten tagsüber: «Jede Leuchte wird alle 5 Jahre kontrolliert. Um nicht unnötige Nachtarbeiten durchzuführen, werden die Leuchten in den zu kontrollierenden Strassenzügen und Plätzen tagsüber eingeschaltet», erklärt Mediensprecher Thöme Jeiziner und fügt an: «In der Stadt Zürich brennen rund 50'000 Leuchten, zirka 50 Prozent davon sind mit LED-Leuchtmitteln ausgerüstet.»

Um nicht unnötig Energie zu verbrauchen, werden diese Lampen zudem je nach Lage früher oder später angeschaltet: «Die Beleuchtung wird je nach Standort individuell gesteuert. An Orten, die länger von der Sonne beleuchtet werden, schaltet das EWZ die Leuchten erst später an als an Standorten, in denen es früher dunkel wird.» So scheine die Sonne rund ums Bellevue beispielsweise länger als in anderen Stadtteilen.

Laufender Umstieg auf LED 

Zudem sei man laufend daran, die bestehenden Leuchtmittel durch LED zu ersetzen. Dabei setzt man auf Konstanz, statt alle Lampen auf einmal auszutauschen. Dafür sprechen laut Jeiziner mehrere Faktoren: «Ein Grund ist, dass es ökologisch nicht sinnvoll ist, eine Leuchte, die erst fünf Jahre in Betrieb ist, zu ersetzen.»

Dazu kommt, dass man hierzu enorm viel Man- und Womanpower benötigen würde. Und: «Würden wir alle Lampen gleichzeitig auf LED umrüsten, hätten wir das Problem, dass wir nach deren Lebensdauer wiederum alle gleichzeitig ersetzen müssten.»

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 10. September 2022 07:50
aktualisiert: 10. September 2022 07:50
Anzeige