Sommaruga-Nachfolge

Darum will Toni Stadelmann als Zürcher Pensionär in den Bundesrat

Loris Gregorio, 17. November 2022, 17:07 Uhr
Dass die SP ein reines Frauenticket will, ist für ihn nicht entscheidend. Seine Chancen sieht er als nicht sehr gross. Trotz der Umstände will Toni Stadelmann versuchen, in den Bundesrat zu kommen. Gegenüber ZüriToday erklärt er, warum er sich zur Wahl stellt.
Anzeige

Toni Stadelmann ist Pensionär, 72-jährig und will in den Bundesrat. In der Regierung will der parteilose Zürcher unter anderem Rentnerinnen und Rentnern eine Stimme geben, diese Bevölkerungsgruppe mache schliesslich 23 Prozent der Schweiz aus, sagt der Bundesrats-Aspirant. ZüriToday hat bei Stadelmann nachgefragt, wie er seine Chancen sieht und was er von einem reinen Frauenticket hält.

«Ich bin Realist. Meine Chancen sind klein bis winzig», antwortet Stadelmann. Trotzdem möchte er es versuchen, weil er auf die Pensionierten aufmerksam machen will, die über 65-Jährigen seien mit dem Abgang Ueli Maurers im Bundesrat schliesslich nicht mehr vertreten.

Ein weiterer Mann als Kandidat?

Für Sommaruga wollen die Sozialdemokraten wieder eine weibliche Nachfolge. Schon die Kandidatur von Daniel Jositsch sorgte für Gesprächsstoff – wegen seines Geschlechts. Zudem findet Jositsch es wiederum diskriminierend, dass für die SP kein Mann infrage kommt.

Stadelmann sagt dazu: «Was die SP will, ist nicht entscheidend.» Neben den SP-Sitzen gebe es im National- und Ständerat genügend andere Sitze, die frei entscheiden könnten, wen sie wählten. «In der Schweiz kann jede wahlfähige Person für den Bundesrat kandidieren. Ich bin nun halt einmal ein Mann», sagt der 72-Jährige.

Schon mal für politisches Amt kandidiert

Das Handeln des heutigen Bundesrates sei übermütig, kurzsichtig und unerfahren, erklärt Stadelmann. Dem will er mit seiner Lebenserfahrung entgegenwirken. Zudem wiederholt er, dass ohne einen pensionierten Bundesrat fast ein Viertel der Bevölkerung nicht im Bundesrat vertreten sei.

Vor seiner Pension war Stadelmann beim Finanzdepartement der Stadt Zürich tätig, als volkswirtschaftlicher Mitarbeiter. In dieser Zeit kandidierte er bereits einmal für ein politisches Amt. 2013 stellte er sich unter anderem neben Richard Wolff als Kandidat für den Zürcher Stadtrat zur Verfügung.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 18. November 2022 10:57
aktualisiert: 18. November 2022 10:57