Kanton Zürich

Betrüger erbeuten mit Schockanrufen 1,1 Millionen Franken in 2 Monaten

12. September 2022, 15:51 Uhr
Es ist eine irrsinnige Summe: über eine Million Franken konnten Trickbetrüger im Kanton Zürich ergaunern – und das nur seit anfangs Juli. Die Kantonspolizei appelliert einmal mehr an die Bevölkerung, sich nicht zur Übergabe von Geldsummen verleiten zu lassen.

Seit anfangs Juli erbeuteten die Telefonbetrüger im Kanton Zürich mit sogenannten Schockanrufen über 1,1 Millionen Franken, wie die Kantonspolizei Zürich in einer Mitteilung schreibt. Meist würden die Betrüger, die sich als Polizisten oder Staatsanwälte ausgeben, ihren vermeintlichen Opfern erzählen, dass ein Familienmitglied einen schweren Unfall erlitten habe und sofort operiert werden müsse. Die Operation könne aber nur durchgeführt werden, wenn sie vorher bar bezahlt wird.

Auch in glaubwürdigen Situationen vorsichtig sein

Die Betrüger würden sich bewusst den Schockmoment nützen und ihre Opfer zeitlich unter Druck setzen, um sie zu schnellen Entscheidungen zu drängen. Deshalb ruft die Kantonspolizei die Zürcher Bevölkerung auf, sich am Telefon nicht zu kurzfristigen und unüberlegten Entscheidungen verleiten zu lassen – ganz egal, wie glaubwürdig eine Situation dargestellt wird. Man solle niemals Geld an unbekannte Personen überweisen oder übergeben.

Dass nicht alle Opfer von Telefonbetrügern auch wirklich auf den Trick hereinfallen, zeigt folgender Fall: Drei mutmassliche Betrüger im Alter von 19 bis 24 Jahren verlangten letzten Mittwoch von einer 72-jährigen Winterthurerin übers Telefon eine Summe von 50'000 Franken. Die Seniorin vereinbarte mit den Tätern, dass sie sofort zur Bank gehe, um das Geld abzuheben – in Wahrheit informierte sie die Polizei.

Betrüger haben Kontakte ins Ausland

Als einer der Betrüger wenig später wie vereinbart das Couvert mit den vermeintlichen 50‘000 Franken aus dem Briefkasten der Frau im Stadtkreis Seen nahm, wurde er in flagranti verhaftet. Nach weiteren Ermittlungen konnten mehrere Männer verhaftet werden, die unter Verdacht stehen, international zusammenzuarbeiten und Trickbetrüge zu verüben.

(mhe)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 12. September 2022 15:42
aktualisiert: 12. September 2022 15:51
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