Zürich

82-Jähriger erstattet Anzeige wegen Diversity-Böögg

Bassersdorf

82-Jähriger erstattet Anzeige wegen Diversity-Böögg

10.10.2022, 09:43 Uhr
· Online seit 03.06.2022, 19:03 Uhr
In der Gemeinde Bassersdorf wurde auch dieses Jahr der Scheiterhaufen gestellt. Die Gemeinde inklusive Gemeinderat freuts, nicht aber einen Renter. Er erstattet Anzeige.

Quelle: TeleZüri / 26. April 2022

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Seit 2004 feiert die Zürcher Gemeinde Bassersdorf ihr eigenes Sechseläuten, inklusive Böögg. In den Vorjahren brannten so zum Beispiel ein Böögg in Gestalt des libyschen Diktators Gaddafi, einmal in jener des nordkoreanischen Atomraketentesters Kim Jong-un, ein andermal verkleidet als ehemalige Bundesrätin Doris Leuthard, mit Windrad in der Hand («Energiewende-Böögg») auf dem Scheiterhaufen. Dieses Jahr entschieden sich die Organisatorinnen und Organisatoren für den «Diverstiy Böögg».

«Völlige Entgleisung»

Wie der Tagesanzeiger berichtet, fand eine Person aber gar keinen Gefallen an dieser Aktion. So empfand der 82-jährige Dölf Kellenberger den diesjährigen Böögg eher als eine «völlige Entgleisung». Er reichte Anzeige bei der Zürcher Staatsanwaltschaft ein. Seine Anzeige richtet sich gegen den Gemeinderat von Bassersdorf, der für den 82-Jährigen seiner Verpflichtung, gegen Diskriminierung vorzugehen statt selbst Teil davon zu sein, nicht nachgekommen sei. Gegenüber des Tagesanzeigers meint der Rentner, dass die Figur unmissverständlich als «Trans-Zerrbild» dargestellt worden sei, was diskriminierend sei.

Verständnis auf der einen, Abweisung auf der anderen Seite

Auch die Fachstelle Gleichstellung des Kantons Zürich erhielt Kellenbergers Anzeige-Mail. Helena Trachse, die Leiterin dieser Stelle, unterstützt den Absender. So sei es nicht in Ordnung, symbolisch aufgrund eines äusseren Merkmals eine Puppe zu verbrennen.

Anders sah dies die Zürcher Staatsanwaltschaft. Sie wies Kellenbergers Anzeige ab. Auf Anfrage des Tagesanzeigers meldet sie, dass der Anlass in Bassersdorf keinen der genannten Straftatbestände erfüllte.

veröffentlicht: 3. Juni 2022 19:03
aktualisiert: 10. Oktober 2022 09:43
Quelle: ZüriToday

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