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Mehr als 11'000 Tote nach Erdbeben – Erdogan sichert Hilfsmittel zu

Katastrophe

Mehr als 11'000 Tote nach Erdbeben – Erdogan sichert Hilfsmittel zu

08.02.2023, 15:28 Uhr
· Online seit 08.02.2023, 06:23 Uhr
Zwei Tage nach der Erdbeben-Katastrophe in der Türkei und Syrien bergen Rettungskräfte immer mehr Leichen aus den Trümmern zerstörter Häuser. Am Mittwoch überschritt die Zahl der bestätigten Toten die Schwelle von 10'000.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan besuchte die Unglücksregion und sagte den Betroffenen finanzielle Unterstützung zu. Indes wird die internationale Hilfe verstärkt. Ein Kampf gegen die Zeit - und gegen eisige Temperaturen.

Allein in der Türkei starben nach Angaben Erdogans bislang mehr als 8500 Menschen. Aus Syrien wurden zuletzt 2662 Tote gemeldet. Mehr als 53 000 Menschen wurden in den beiden Ländern verletzt. Die Opferzahl schnellte nicht zuletzt deshalb in die Höhe, weil sich deutlich mehr Rettungsteams an der Bergung beteiligen. Es wird befürchtet, dass angesichts vieler Vermisster noch mehr Leichen gefunden werden. Vor allem im Norden Syriens gestalten sich Arbeiten schwierig.

Vor Ort erschwert nicht zuletzt die politische Lage die Hilfe - so etwa am einzigen offenen Grenzübergang Bab al-Hawa zwischen der Türkei und Syrien. Wegen Strassenschäden verzögere sich dort die Lieferung humanitärer Hilfe, sagten UN-Quellen der Deutschen Presse-Agentur. Bab al-Hawa ist der letzte von einst vier Grenzübergängen, über den Hilfen auch in die Teile Syriens gelangen können, die nicht von der Regierung kontrolliert werden.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Suche nach Verschütteten dauert an

Auch in der zweiten Nacht nach dem schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet suchten Angehörige und Rettungskräfte weiter nach Verschütteten. Die Bergungsaktivitäten in den Erdbebengebieten liefen immer noch auf Hochtouren, so der türkische Vizepräsident Oktay weiter. «Diese Arbeiten werden fortgesetzt, bis wir den letzten Bürger unter den Trümmern erreicht haben.»

Nach Angaben Oktays sind rund 16'150 Rettungs- und Suchteams im Einsatz – sie seien in alle betroffenen Provinzen und Bezirke entsandt worden. Insgesamt seien rund 60'000 Helfer vor Ort. Der Regierungspolitiker sagte, dass in der Nacht zu Mittwoch internationale und lokale Teams vorwiegend in die Provinzen Adiyaman, Hatay und Kahramanmaras gebracht würden, teils auf dem Luftweg. Die Wetterbedingungen liessen solche Flüge zu, was die Arbeit erleichtere.

Zwei Tage nach der Naturkatastrophe mit Tausenden Toten schwindet die Hoffnung aber, bei teils winterlichen Temperaturen noch Überlebende unter den Trümmern eingestürzter Gebäude zu finden. Aus dem Ausland rückt immer mehr Unterstützung an.

In Syrien vermuten Retter, dass noch immer Hunderte Familien unter den Trümmern begraben sind. Eines der am schwersten betroffenen Gebiete ist die von Rebellen kontrollierte Region Idlib, in der sich staatliche Nothilfe wegen der verfeindeten Kräfte im Bürgerkrieg schwierig gestaltet. Nach mehr als elf Kriegsjahren kontrollieren die Regierungstruppen des Machthabers Baschar al-Assad wieder rund zwei Drittel Syriens.

Quelle: ZüriToday / Maarit Hapuoja

Zahl der Toten steigt weiter an

Für viele Menschen kam indes jede Hilfe zu spät – die Opferzahl seit dem heftigen Beben steigt weiter an. In der Nacht zum Mittwoch stieg die Zahl der Todesopfer Behördenangaben zufolge auf mehr als 8160. Über 39 200 Menschen wurden demnach verletzt. Allein in der Türkei gibt es Oktay zufolge mindestens 5894 Tote zu beklagen und mehr als 34 810 Verletzte. In Syrien starben laut dem dortigen Gesundheitsministerium sowie der Rettungsorganisation Weisshelme 2270 Menschen.

Mit einer Stärke von 7,7 bis 7,8 hatte das Beben am frühen Montagmorgen das Gebiet an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien erschüttert. Am Mittag folgte dann ein weiteres Beben der Stärke 7,5 in derselben Region. Tausende Gebäude stürzten ein. Temperaturen um den Gefrierpunkt machten den Überlebenden im Katastrophengebiet zusätzlich zu schaffen, viele haben kein Dach mehr über dem Kopf. Das ganze Ausmass der Katastrophe wird erst langsam deutlich.

(ova)

veröffentlicht: 8. Februar 2023 06:23
aktualisiert: 8. Februar 2023 15:28
Quelle: ArgoviaToday

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