Unterhaltung

Love, Lena, Lucy - der Single-Blog aus Zürich

«Love, Lena, Lucy»

Der Katzenpapi, der mein «Müscheli» auffressen will!

· Online seit 02.03.2023, 16:00 Uhr
Lucy trifft auf einen Katzen-Liebhaber. Büsis und Muschis, sein Ding! Lucy ist raus. Derweil überlegt sich Lena, was sie mit dem Handy ihres One Night Stands machen soll.
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Lena, ma belle,

ich lache immer noch. Du hast mit einem Typen geschlafen, der seine Freundin unter «Schatz» abgespeichert hat. Sind dir Menschen, die sich gegenseitig «Schatz» nennen, auch äusserst suspekt?

Anyhow.

Der Typ jedenfalls hat sein Handy bei dir vergessen. Und dann rief «Schatz» 312 mal an. Man muss es Schatz lassen. Schatz hat Ausdauer. Du hast mich gefragt, ob du mal rangehen und Schatz über den untreuen Schatz aufklären sollst?

Gute Frage. Ich würde nicht. Nicht dein Business.

Aber um etwas fürs Karma zu machen: Verschenk sein Handy an jemanden, der sich keines leisten kann. Er wills ja sowieso nicht mehr, wie er dich per Zettel im Briefkasten wissen liess. Er scheint leicht irr zu sein. Ich hoffe, der Sex war gut.

Wollen wir den Guten damit begraben und in unsere Historien aufnehmen? Super!

Und nun zu einem Schwenk aus meinen Leben: Ich hatte mir nach meinem Tinder-Schwindler überlegt, ob ich Boomer-Beda von Facebook anschreiben soll. Schliesslich wollten wir vor acht Jahren zusammen ins Bett, da hat er aber das seine mit einer anderen geteilt.

Jetzt pennt Beda wieder alleine.

Spoiler: Ich habe mich nicht bei Beda gemeldet. Das Leben hat mir nämlich kurzfristig Fabian vorbei geschickt.

Fabian lerne ich tatsächlich in der Schlange vor einer Kasse kennen. Voll old school. Die arme Frau an der Kasse hatte ein Problem, das niemand lösen konnte und so wurde die Schlange länger und länger. Wir konnten auch nicht auf den Selfcheckout-Automaten ausweichen, weil: technische Probleme.

Also kamen wir ins Gespräch. Die ganze Schlange. Bis irgendwann nur noch Fabian und ich miteinander sprachen.

Noch nie haben mich «technische Probleme» so glücklich gemacht. Denn sehr technisch gesehen, fing hier grad eine sehr gute Lovestory an.

Fabian wäre mir auf der Strasse wahrscheinlich nicht aufgefallen. Fabian ist einer für auf den zweiten Blick. Dann dafür umso mehr. Sehr schelmisches Lachen. Sehr Wuschelfrisur. Sehr léger. Sehr locker in der Kommunikation.

Das Fundament unserer Beziehung bauen wir innert 50 Minuten auf. Solange dauert es, bis die technischen Probleme gelöst sind.

Dann zahle ich meine Zutaten für das indische Curry und er seine 3 Säcke … Katzenfutter!

Ich bin kein Katzenmensch. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Fabian einer ist. Ich rede mir ein, dass das Futter für die Katzen seiner betagten Nachbarin/Mutter/Tante ist.

Ist es nicht, Lena.

Fabian ist nämlich nicht nur ein Katzenmensch. Fabian ist ein Katzenfanatiker.

Aber von Anfang an.

Wir tauschen Nummern und verabreden uns für den übernächsten Abend. Bis zum Date chatten wir etwas hin und her und es ist toll. Wir schicken uns auch Bilder. Von unseren Wohnungen, von unseren Kühlschrank-Inhälten und persönlichen Dingen, die uns wichtig sind.

Und genau da schleichen sich 2 Katzen-Fotos rein. Ich so «Jöö» und gut ist. Und auch er ist jetzt da nicht weiss Gott wie darauf eingegangen.

Bis zu unserem Date.

Da brach es aus ihm raus. Er hat 3 Buslen. Alles Langhaar-Kandidaten. Gehen nicht raus. Kacken alle in das gleiche Kistli.

Ich hatte seine Wohnung vor Augen und den dazugehörenden Duft in der Nase.

Ich wünschte mir sehr, dass ich mich irre und war mir bewusst, dass das sein kann und deswegen - und auch wegen des Alkohols - landete ich bei ihm. Und merkte: Lena, ich habe mich nicht nur nicht geirrt. Es war noch viel schlimmer. Alles grusig! Alles voller Haare. Büsi-Bisi überall.

Er nennt die Katzen übrigens «mini Müscheli».

Schau, ich landete trotzdem in seinem Bett. Welches ich mir aber nicht nur mit ihm, sondern auch mit den «Chindli» teilen musste.

Es kam, wies halt so kommt und wir vögelten. «Mini Müscheli» schauten zu und miauten sich einen ab. Sind Müscheli eifersüchtig?

Als es dann jedenfalls zum Oralsex kam und er meine Beine weit spreizte und einen Blick zwischen meine Beine warf, kams:

«Du häsch aber au ganz es herzigs Müscheli, wo ich au grad uffrässe will!»

Zagg, das war.

End of Story.

End of Sex.

Und gerne auch End of Erinnerung.

Geht das, Lena? Können wir nie wieder darüber reden?

Und wo um alles in der Welt ist die Delete-Taste fürs menschliche Hirn? Weisst du das?

Deine Lucy

veröffentlicht: 2. März 2023 16:00
aktualisiert: 2. März 2023 16:00
Quelle: ZüriToday

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