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Instagram: Braucht es in der Schweiz ein Verbot von Beauty Filtern?

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Braucht es in der Schweiz ein Verbot von Beauty-Filtern?

· Online seit 06.02.2022, 20:46 Uhr
Man nehme ein Bild, bearbeite es kurz mit einer App, lege noch einen Filter drüber und fertig ist die perfekte Täuschung. Doch wie gefährlich ist diese Praxis? Sollen Influencer auch in der Schweiz deklarieren müssen, wenn Bilder bearbeitet sind?
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Dass auf Instagram nicht alles Gold ist, was glänzt, ist längst kein Geheimnis mehr. Die Plattform gerät immer wieder in Kritik, unrealistische Beautystandards zu promoten.

In Frankreich und Grossbritannien müssen Influencerinnen und Influencer nicht zuletzt auch deshalb angeben, wenn sie ihre Bilder im Rahmen von Werbung bearbeiten. Auch in Norwegen soll ein solches Gesetz im Sommer 2022 in Kraft treten. Nun fordert auch Hamburgs Gleichstellungssenatorin Katharina Fegebank eine Kennzeichnungspflicht für Beauty-Filter auf Instagram. Doch wie sieht es in der Schweiz aus? Ist ein solches Gesetz sinnvoll?

Deklaration führt zu Fragezeichen

Nathalie Ochalek von der Zürcher Agentur Strategy Leaders arbeitet selbst regelmässig mit Influencerinnen und Influencern zusammen. Sie glaubt zwar, dass eine solche Regelung zu mehr Echtheit auf der Plattform führen würde, fügt aber an: «Die Bandbreite an Möglichkeiten, mit denen ein Bild bearbeitet werden kann, ist riesig. Wird bei einem Bild nur etwas an der Helligkeit oder dem Kontrast geschraubt, ist dieses aber theoretisch genau so bearbeitet, wie wenn ich mich auf einem Bild 10 Kilogramm leichter mache.»

Ähnlich sehen dies Sara Leutenegger (27, Ex-Kandidatin bei Germany's Next Topmodel) und Steven Epprecht (33, Model). Sie selbst arbeiten unter anderem auch als Influencer. Aus ihrer Optik wäre es sinnvoller, wenn man gerade junge Leute stärker darüber aufklären würde, dass die Bilder auf Instagram nicht immer der Realität entsprechen. Letzten Endes sei es zudem auch im Interesse der Influencer, mit Natürlichkeit und Authentizität zu punkten, statt nur auf stark bearbeitete Bilder zu setzen.

Medienkompetenz ist wichtiger als Gesetze

Dass es gerade Jugendliche sind, die sich mit unrealistischen und künstlich erzeugten Beautystandards vergleichen, bestätigt auch Lulzana Musliu von der Stiftung Pro Juventute.

Dies liege unter anderem daran, dass sich Menschen in ihrer Jugend und auf der Suche nach der eigenen Identität stark nach aussen orientieren. Deshalb sei es wichtig, dass Kinder und Jugendliche eine Medienkompetenz entwickeln und zum Beispiel lernen, zwischen einem echten und einem bearbeiteten Bild zu unterscheiden.

Hinweise darauf, dass Bilder bearbeitet sind, können laut Musliu zwar Orientierung schaffen, mit einem Gesetz alleine sei es jedoch nicht getan. Wichtig sei hier neben der Prävention, dass auch das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen früh gestärkt wird.

veröffentlicht: 6. Februar 2022 20:46
aktualisiert: 6. Februar 2022 20:46
Quelle: ZüriToday

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