«Love, Lena, Lucy»

Happy new Fuck!

5. Januar 2023, 16:04 Uhr
Lucy hat sich ins neue Jahr gevögelt. Was gut klingt, war aber, nun, na ja …. Lena derweil hat das alte Jahr gelöscht und ist more than ready für neue (Sex)-Abenteuer!
Lucy und Lena sind Freundinnen, Singles und Zürcherinnen.
© ZüriToday
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Liebe Lieblingslena,

Wie lange soll/darf man «es guets Nöis» wünschen? Mich nerven diese Parolen ja. Ich kann dir nicht genau erklären warum, aber es nervt. Mit «es guets Nöis» verhält es sich wie mit den drei Küsschen zur Begrüssung und Verabschiedung. Ich hab sie nie verstanden, nie gemocht und immer als unangenehm empfunden.

Warum können wir uns nicht einfach rasch umarmen und gut ist? Oder einfach «Hallo» sagen?

Aber darum solls hier und heute gar nicht gehen.

Und weil du bist, wer du bist und ich dich genau dafür so liebe, wünsche ich dir von ganzem Herzen so ganz ernsthaft «es guets Nöis». Nein, mehr, ich wünsch dir das bis jetzt geilste Jahr deines Lebens. Hast du verdient.

Dein Jahresende klingt perfekt. Soul-und-Sex-Detox an Weihnachten. 2022 hast du quasi gelöscht und enorm viel Platz für 2023 gemacht. Möge es dir alles auf dem goldenen Tablett servieren, das du beim Universum bestellt hat. Danke, Venus!

Mir wünsche ich übrigens auch ein tolles neues Jahr. Ich wünsche das eigentlich allen. Ausser vielleicht meiner Ex-Freundin, die mit meinem damaligen Freund in unserer (!) Wohnung gebumst hat. Die soll das ganze 2023 schlechten Sex haben.

Ok, ich labbere rum.

Ich wollte dir eigentlich von meinem Silvester erzählen. Du erinnerst dich. Ich habe mich mit Lucien weggeschlossen, hab Silvester ignoriert und einfach nur gevögelt. Lucien ist der, der immer kann, immer will und okay damit ist, dass er mein absoluter Ersatzmann ist und nur dann zum Einsatz kommt, wenn sonst nichts da ist.

Ihn turnt das übrigens an, meinte er. Und erzählte mir von seiner devoten Seite, die er neu entdeckt hat und jetzt immer mehr zulässt.

Er kam also am 31.12. zu mir. Wir bestellten Pizza (lauwarm, zu fettig) und Bier und trieben es. Um 22 Uhr hatten wir schon zwei Mal Sex und wussten nicht so recht, was wir jetzt machen sollen.

Ich mag Lucien. Aber lustig ist er nicht. Kommunikativ auch nicht. Fernsehen schauen tut er auch nicht gerne. Musik hören findet er gut. Nur Depro-Mucke. The Muse und so.

Wir sassen also da. Lächelten uns etwas an, nippten am Bier und wussten nicht so recht, wie das weitergehen soll.

Gegen 23 Uhr startete ich also Sex No. 3.

Dieser war, wie die zwei Mal vorher: Okay. Die einen Griffe und Stellungen besser, die anderen etwas hölzernen. Lucien und ich sind nicht the perfect Fuck-Match. Es ist nicht schlecht schlecht, aber es ist auch nicht wohoo-wohoo.

Kurz nach Mitternacht, wir wünschten uns zwischen Bad und Küche kurz «es guets Nöis» sagte ich, ich sei schampar müde und müsse morgen früh raus.

Wir schwatzten noch schnell und dann war er weg.

Ich zog mich bis auf T-Shirt und Unterhose aus. Dann drehte ich die Musik auf, bastelte aus meiner Rundbürste ein Mikrofon und tanzte playbacksingend zu Rihannas «Only Girl in the World». Und zu «Survivor» von Destiny’s Child. Und zu noch ein paar anderen Krachern.

Das war, so sorry, lieber Lucien, der beste Part meines Silvesters. Ich und ich gegen den Rest der Welt.

So, und jetzt da ich bewiesen habe, dass ich bestens alleine kann, Bla Bla … soll jetzt wieder Abenteuer, Aufregung und Herzklopfen in mein Leben kommen.

Und damit etwas in diese Richtung passieren kann, habe ich mich entschieden, an einem sehr spirituellen Speed Dating teilzunehmen. Null mein Ding. Aber wann, wenn nicht am Anfang eines neuen Jahres, aus der Komfortzone ausbrechen?

Wünsch mir Glück.

Om,

Lucy

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 5. Januar 2023 16:00
aktualisiert: 5. Januar 2023 16:04