«Bilanz war niederschmetternd»

Nach Out von Franco Foda atmen die FCZ-Fanvereine auf

Lothar Lechner Bazzanella, 21. September 2022, 20:00 Uhr
Die Entlassung Franco Fodas beim FCZ sehen die allermeisten Fans als einzig richtigen Schritt. So auch Markus Imbach, Präsident des FCZ-Fanclubs Letzi. Er findet klare Worte zu Fodas Leistung – und hat auch eine klare Idee, wer den Trainerposten übernehmen könnte.

Quelle: TeleZüri / Beitrag vom 21. September 2022

Die Zeit für Franco Foda beim FCZ ist nach nur wenigen Monaten vorbei. Zu mager war die Ausbeute, zu wenig erfolgreich sein Fussball nach dem Meistertitel in der letzten Saison. Sichtlich erleichtert zeigen sich die Anhänger des FCZ. Marcus Imbach erklärt im Interview, dass die Entlassung der einzige richtige Schritt gewesen sei: «Fodas Bilanz ist niederschmetternd. Er hat es fertiggebracht, die Meistermannschaft der letzten Saison innert zweieinhalb Monaten zu zerstören. Und die Resultate sprechen Bände», resümiert Imbach knallhart.

Richtiger Zeitpunkt

Auch der Zeitpunkt sei gut gewählt: «Jetzt in der Länderspielpause bleibt Zeit, um die Situation zu beruhigen und einen neuen Trainer vorzustellen. Bisher waren ja gefühlt alle drei Tage Spiele. Da war es schwierig», sagt Imbach. Für ihn hat es Foda nicht geschafft, aus den Spielern die Performance der letzten Jahre rauszukitzeln. «Wenn man die Leistungen von Spielern wie Guerreiro oder Marchesano anschaut, dann sieht man, dass sie weit unter ihren Möglichkeiten spielen.» Auch die Neuverpflichtungen habe Foda nicht richtig in Gang gebracht. Unter dem Strich hätte er es nicht geschafft, aus der Mannschaft das Maximum rauszuholen.

Für Imbauch braucht es jetzt einen Trainer, der in Ruhe beim FCZ arbeiten kann. «Und der dann pünktlich zum Derby am 1. Oktober gegen die Grasshoppers eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine stellt, die den Sieg heimholt.» Wunschkandidaten habe Imbach keinen. Jedoch wäre Adi Hütter sicherlich ein valider Kandidat. Dieser sei derzeit vereinslos und hätte schon in der Vergangenheit in Bern gezeigt, wie man erfolgreich im Schweizer Fussball sein kann.

Kehrtwende bei FCZ-Präsident Canepa

Weiterhin nur spekuliert werden kann über die Gründe, welche die Vereinsleitung dazu gebracht haben, Franco Foda am Mittwoch doch noch zu entlassen. Bis vor kurzem stärke FCZ-Präsident Canepa dem erfolgslosen Trainer durchgehend den Rücken. Fussball-Experte Fredy Bickel vermutet, dass irgendwie Druck auf Canepa gemacht worden ist. «Vielleicht kam der Druck von den Spielern, von den Sponsoren, von den Fans. Oder von allen zusammen. Alles ist möglich», erklärt Bickel.

Bis vor kurzem hatte FCZ-Präsident Canepa zu Foda gestanden.

© KEYSTONE/Jean-Christophe Bott

Nur so könne sich die deutliche Kehrtwende bei Canepa in seiner Meinung zu Foda erklären lassen, glaubt Bickel. Ob seine Theorie stimmt, könne man in den nächsten Tagen sehen. «Wenn schnell ein neuer Trainer vorgestellt wird, dann sind die Weichen davor schon gestellt worden und Canepa und die anderen Verantwortlichen haben sich schon früh genug nach einem Ersatz umgesehen. Wenn hingegen eine Interimslösung herhalten muss, dann spricht das für eine spontane Entscheidung und Druck auf die Vereinsführung», so Bickel.

Selbst will Bickel den Zeitpunkt der Entscheidung nicht nachvollziehen. «Meiner Meinung nach ist der Zeitpunkt ungünstig. Die Saison ist sowieso durch, die Meisterschaft ist gelaufen, im Cup spielt man nicht mehr und europäisch überwintern wird man nicht. Da hätte man sich die Zeit bis zur Winterpause nehmen und dann mit Ruhe einen perfekten Kandidaten zum FCZ holen sollen.»

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 21. September 2022 19:58
aktualisiert: 21. September 2022 20:00
Anzeige