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Gegen Fangewalt: KKJPD will personalisierte Tickets «unfreiwillig» einführen

Gegen Fangewalt

KKJPD will Grundlage für personalisierte Tickets schaffen

12.04.2024, 18:31 Uhr
· Online seit 12.04.2024, 14:41 Uhr
Der Streit zwischen den Schweizer Fussballfans und den Bewilligungsbehörden dürfte in eine neue Runde gehen. Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) will das Hooligan-Konkordat anpassen – und damit die Grundlage für personalisierte Tickets schaffen.
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Die KKJPD macht ernst. Sie will noch härter gegen Fangewalt vorgehen – und die personalisierten Tickets einführen. Im Notfall auch ohne die Zustimmung der Klubs. Diese könnten nämlich bereits solche Tickets verkaufen, weigern sich aber. Um die rechtliche Grundlage für die Einführung zu schaffen, wollen die Kantonalen Justizdirektorinnen und -direktoren das Hooligan-Konkordat anpassen, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.

Zu Grunde liegen dieser Revision die Massnahmen zur Bekämpfung von Fangewalt, welche im zweiten Halbjahr 2023 von einer Expertengruppe im Auftrag der Bewilligungsbehörden und der Swiss Football League (SFL) entwickelt wurden.

Revision sei notwendig

Ein in diesem Zusammenhang erstelltes Rechtsgutachten kommt zum Schluss, dass für die «nicht freiwillige» Einführung von personalisierten Tickets eine Revision des Hooligan-Konkordats notwendig ist. Die Arbeitsgruppe Bewilligungsbehörden hat sich gegenüber der KKJPD einstimmig dafür ausgesprochen, dass eine solche Revision notwendig ist.

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Gemäss der Mitteilung sieht die KKJPD in den personalisierten Tickets ein zusätzliches Instrument zur Einzeltäterverfolgung. Deshalb wurde am Freitag der Auftrag erteilt, einen entsprechenden Vorschlag auszuarbeiten. Über die tatsächliche Einführung von personalisierten Tickets werden auch auf der Basis eines revidierten Konkordats schlussendlich die Bewilligungsbehörden entscheiden.

KKJPD kritisiert Verhalten von Clubs

Laut Karin Kayser, Co-Präsidentin der KKJPD, gehe es bei den personalisierten Tickets nicht darum, den Sitzplatz der Übeltäter zu kennen, sondern zu wissen, wer überhaupt im Stadion ist. Auch an die Clubs, welche die Tickets ablehnen, hat Kayser eine klare Botschaft: «Ich kann es nicht nachvollziehen, dass man die personalisierten Tickets nicht unterstützt. Gerade die Clubs und die Liga wollen ja, dass mehr Einzeltäter aus dem Verkehr gezogen werden.»

Weiter betont Kayser, dass die Tickets auch ausserhalb des Stadions für Sicherheit sorgen. So könne man gewalttätige Personen erkennen und die Einzeltäterverfolgung stärken. Es sei aber ein Zusammenspiel mehrerer Massnahmen.

Auch die Kritik der Clubs und Fans lässt Kayser nicht gelten. «Wir haben gemeinsam Lösungen und Massnahmen erarbeitet, beispielsweise das Kaskadenmodell. Nun, kurz vor der Umsetzung, ist es plötzlich nicht mehr gut. Lösungsvorschläge kommen aber keine.» Kayser betont mehrmals, dass man immer noch gesprächsbereit sei und sich Alternativen anhören würde.

veröffentlicht: 12. April 2024 14:41
aktualisiert: 12. April 2024 18:31
Quelle: FM1Today

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