Fussballexperte schätzt ein

Das kannst du von FCZ, GC & FCW in der neuen Saison erwarten

Maarit Hapuoja, 15. Juli 2022, 21:23 Uhr
Am Samstag startet die neue Saison der Super League. Fussballexperte Raimondo Ponte schätzt die Lage für die Zürcher Clubs ein: Vor welchen Herausforderungen stehen die Fussballclubs? Und was dürfen wir erwarten?

Der Meister begegnet einer Dreifachbelastung

Zweieinhalb Monate sind seit der grossen FCZ-Sause auf dem Helvetiaplatz vergangen. Am Samstag, 16. Juli, gehts nun wieder los mit der neuen Saison. Gegner im ersten Meisterschaftsspiel ist Schwergewicht YB (auswärts). 

Ausgangslage: Der FC Zürich hat Trainer Breitenreiter in die Bundesliga abgeben müssen und hat wichtige Spieler wie Ceesay und Doumbia an andere Clubs verloren. In der neuen Saison müssen die Zürcher also mit Neuzugängen das Erfolgsspiel wiederfinden und den Erwartungen gerecht werden.

Was liegt drin: «Ich traue dem FCZ viel zu», sagt Fussballexperte Raimondo Ponte. «Es ist nicht so einfach, wenn man Meister wurde. Dann wird viel erwartet. Es braucht wohl einen guten Anfang – für den Trainer und die Mannschaft. Damit sie dort anknüpfen können, wo sie aufgehört haben. Es wird interessant sein, was die Zürcher auf dem Feld herausholen. Mit einem guten Start dürfen wir viel erwarten.»

Was wird die Knacknuss: «Der FCZ wird einen dichteren Spielplan haben als in der vergangenen Saison. Mit Meisterschaft, Cup und Champions League steht einiges auf dem Programm.» Eine grosse Herausforderung sieht Ponte in der dreifachen Belastung aber nicht: «Die Spieler spielen lieber, als dass sie trainieren. Wenn es gut gehandhabt wird von der Erholung her, dann hat der FCZ keinen Nachteil.»

«Die Fans wollen GC vorne sehen»

Nach dem knappen Vorbeischrammen an der Barrage, hat sich GC vergangene Saison gerade noch so in der Super League halten können. Dank des neuen Modus fürs Spieljahr 22/23 kann GC etwas entspannter in die Saison starten – theoretisch. In der ersten Begegnung am 24. Juli trifft GC zu Hause auf Lugano.

Ausgangslage: Viele Wechsel, darunter auch Abgänge von CEO, Sportchef oder talentierten Spielern wie Kaly Sène machen die Situation nicht einfacher. Was GC zu Gute kommt, ist der neue Modus im nächsten Spieljahr. In der Super League wird es keinen direkten Absteiger in die Challenge League geben. Der letztklassierte Club bestreitet eine Barrage gegen den Dritten der Challenge League. «GC könnte absteigen, aber es müsste sehr viel schlecht laufen», sagt Raimondo Ponte. «Für GC ist es ein gutes Jahr zum Überbrücken.»

Was liegt drin: Laut Ponte ist es sehr schwierig, GC überhaupt zu beurteilen. «Von aussen weiss man gar nicht, was dort überhaupt läuft und was nicht. Sie haben zwei Spieler von Wolverhampton übernommen, aber die waren dort keine Stammspieler. Von dem her, kann man auch von diesen beiden nicht allzu viel erwarten.»

Was wird die Knacknuss: Schon die vergangenen Jahre waren schwierig und es steht «noch ein langer Weg vor GC», so Ponte: «Die Grasshoppers müssen noch einiges tun, damit sie eine gute Mannschaft haben.» GC-Fans erwarten laut Ponte natürlich nicht, dass GC um den Abstieg kämpfen wird. «Fans erwarten GC nicht gerade als Meister, aber sie wollen GC auch nicht weit hinten sehen.»

Raimondo Ponte ist ein ehemaliger Schweizer Fussballspieler und -trainer. Seine erfolgreichste Zeit hatte Ponte mit GC. Er war einer der Schlüsselspieler in der Mannschaft, die 1978 bis ins Halbfinale des UEFA-Pokals vorstiess. Mit 33 Jahren und drei Meistertiteln beendete der heute 67-Jährige seine Spielerkarriere. Als Trainer war er beim FC Baden, FC Zürich, FC Luzern und in Italien tätig.

© Keystone/Jean-Christophe Bott

Der Aufsteiger bringt Elan aus der erfolgreichen Saison

Nach 37 Jahren spielt Winterthur wieder in der höchsten Schweizer Liga mit. Die Euphorie in der Stadt war riesig und Club und Stadt mussten einiges aufrüsten, um sich super-league-konform präsentieren zu können. Den ersten Gegner empfängt der FC Winterthur am Samstag, 16. Juli. Es ist Schwergewicht Basel.

Ausgangslage: In der Challenge League wurde es zum Ende zwar sehr knapp. Am Schluss hat Winterthur den Aufstieg aber geschafft. Fussballexperte Ponte sagt: «Winterthur ist eine Stadt, die eigentlich zur Super League dazu gehört. Von den Zuschauerzahlen her sowieso. Auch von den Fans her. Für die Schweiz ist Winterthur ein sehr guter Aufsteiger.» Die Generalprobe hat der FCW am Dienstag gegen den SC Brühl aus der Promotion League erfolgreich bestanden. Mit 3.0 liessen die Winterthurer dem Gegner keine Chance.

Was liegt drin: «Ich sehe eine positive Prognose», sagt Raimondo Ponte. «Ich denke, der FCW wird genug unterstützt.» Ausserdem sei es auch für Winterthur ein glückliches Jahr – dank der Spielformanpassung. «Auch als Letzter hat der FCW noch eine Chance, gegen den Dritten der Challenge League zu bestehen. Dort sollten sie im Normalfall besser sein. Im Normalfall sollte Winterthur oben bleiben.»

Was wird die Knacknuss: Wenn Winterthur die ersten drei bis vier Spiele verliert, dann wird die Saison laut Ponte schwierig. Es komme jetzt auch auf die Transfers an. «Wer kommt, wer geht und auch ob man genug Geld für eine gute Mannschaft zur Verfügung hat ist entscheidend», meint Ponte.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 15. Juli 2022 21:24
aktualisiert: 15. Juli 2022 21:24
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