Europa League

«Für den FCZ gibts in dieser Gruppe keine Pflichtsiege»

Maurus Held, 8. September 2022, 08:21 Uhr
Am Donnerstag startet der FC Zürich in sein Europa-League-Abenteuer – und gleich wartet mit Arsenal ein absoluter Topverein. Bereits alles verloren, bevors überhaupt losgeht? Keineswegs, glaubt Sport-Experte des Senders Blue, Rolf Fringer. Gegenüber ZüriToday schätzt er die Chancen des FCZ auf ein Weiterkommen ein.

Rolf Fringer, ganz allgemein: Wie schätzen Sie die Chancen des FC Zürich in dieser Gruppe ein?

Fringer: Auf den ersten Blick scheinen die Chancen aufgrund der starken Gegner sehr gering. Doch genau das kann auch ein Trumpf sein: Der FCZ hat nichts zu verlieren. Ich denke darum, sie sind nicht ganz chancenlos.

Der FCZ steckt derzeit in einer Krise – wird die Europa League diese Krise noch vergrössern, oder tut sie als «Ablenkung» abseits der Super League vielleicht sogar gut?

Fringer: Bis jetzt darf man sagen, dass die Ablenkung durch die Europa League gutgetan hat. Sonst wäre viel negativer über den unerwartet schlechten Start berichtet worden. Die Kritik wäre gar vernichtend gewesen. Durch diese positiven, internationalen Resultate konnten sie von den negativen Nachrichten ablenken. Ob das bei diesen Gegnern allerdings auch in der EL möglich ist, bezweifle ich. Es wäre darum essentiell, man würde parallel auch in der Liga anfangen, positive Resultate zu liefern.

Rolf Fringer, Blue-Sport-Experte
© blue Sport

Was muss der FCZ im Vergleich zur Liga anders oder besser machen, um europäisch mithalten zu können?

Fringer: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass man sich oft an Gegnern steigern kann. Dies vor allem, wenn der Gegner Favorit ist und das Spiel machen muss. Bei diesen starken Gegnern sehe ich durchaus Potenzial für den FCZ. Es ist ihm zu wünschen, dass er an der Aufgabe wächst.

Zu Beginn wartet mit Arsenal gleich der Tabellenerste der Premier League. Wie sehen Sie dieses «Spitzenspiel»? Schweizer Teams konnten in der Vergangenheit ja immer wieder mal englische Klubs ärgern…

Fringer: Das Startspiel ist für den FCZ eine dankbare Partie. Gegen den übermächtigen Gegner Arsenal hat man nichts zu verlieren. Das sind sehr oft die Ausgangslagen, bei denen man unerwartet für Furore sorgen kann. Ein schöner Angriff gegen Arsenal wird hochgelobt, während die gleiche Aktion gegen Winterthur nur als «normal» angesehen wird.

Der PSV Eindhoven ist ebenfalls ein renommierter Verein – was wird den FC Zürich dort erwarten?

Fringer: PSV ist nach der knapp verpassten, aber erwarteten Champions-League-Qualifikation gegen die Rangers sehr enttäuscht. Auch das kann eine Chance für den FCZ sein, wenn sich die Niederländer nicht rechtzeitig aufrappeln können. Es wartet also eine ähnliche Ausgangslage wie gegen Arsenal – nur mit grösseren Erfolgschancen.

Bodø/Glimt ist der vermeintlich «leichteste» Gegner für den FCZ in der Gruppe. Sind da sechs Punkte Pflicht, oder wie sind die Norweger einzuschätzen?

Fringer: Bodø/Glimt als Pflichtaufgabe zu bezeichnen, wäre vermessen, da sie in der Europa League letzte Saison für gehörig Furore sorgen konnten – wie in den Partien gegen AS Roma. Aber es ist sicher das Team, gegen welches man am ehesten punkten kann. Die Mannschaft ist auf Augenhöhe. Dennoch gibt es für den FC Zürich in dieser Gruppe keine Pflichtsiege.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 8. September 2022 08:17
aktualisiert: 8. September 2022 08:21
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