Europa League

Ein Schritt zurück, zwei Schritte vorwärts beim FCZ?

5. Oktober 2022, 16:21 Uhr
Letzter in der Super League, draussen im Schweizer Cup und in der Europa League noch ohne Punkt: Der FC Zürich könnte ein Erfolgserlebnis am Donnerstag gegen Eindhoven gut gebrauchen. Dafür besinnt er sich auf alte Tugenden. Und: Beim Gegner harzt es aktuell ebenfalls.
Anzeige

1:1 spielte der FCZ am Wochenende im Derby gegen die Grasshoppers im ersten Spiel unter Interimscoach Genesio Colatrella. Zum neunten Mal gab es in der Super League damit keinen Sieg, und doch ist aus der Mannschaft nach der Entlassung von Trainer Franco Foda so etwas wie Aufbruchstimmung zu vernehmen – Aufbruchstimmung, die auf der Rückbesinnung auf die alten Stärken der letzten Meistersaison aufbaut.

«Wechsel gibt immer Euphorie»

«Wir wollen wieder FCZ-Fussball spielen», sagt Colatrella am Tag vor dem dritten Gruppenspiel in der Europa League gegen den favorisierten PSV Eindhoven. Er meint damit jene Spielweise, mit der der FCZ in der letzten Saison unter Trainer André Breitenreiter völlig überraschend und zugleich hochverdient Meister geworden ist. «André hatte das optimale System und die optimale Konstellation gefunden, und die meisten Spieler der letzten Saison sind ja noch da», so Colatrella.

Ein Sieg gegen GC hätte Colatrellas zweites Vorhaben beschleunigt, nach den Enttäuschungen der letzten Wochen wieder für eine positive Atmosphäre zu sorgen. Das 1:1 war aber zumindest ein guter erster Schritt, weil die Art und Weise, wie der FCZ ohne den gesperrten Jonathan Okita auftrat, wieder an die gute alte Vorsaison erinnerte. «Ein Wechsel gibt immer eine gewisse Euphorie», meint Antonio Marchesano. Und Blerim Dzemaili fordert: «Wir müssen einfach so weiterarbeiten, wie wir das in der letzten Saison gemacht haben.»

Positive Signale, ungenügende Chancenverwertung

Zwar tut sich die Mannschaft nach dem Abgang von Topskorer Assan Ceesay weiter schwer mit der Chancenverwertung. Nach den vier torlosen Spielen zum Auftakt der Super League hat sie aber zuletzt wettbewerbsübergreifend immerhin achtmal in Folge mindestens einen Treffer erzielt. Und nach entscheidenden späten Gegentoren gegen Lausanne, Servette und Lugano gerieten die Zürcher gegen die Grasshoppers in der Schlussphase nicht mehr in akute Nöte.

Gelingt den Zürchern am Donnerstagabend im Letzigrund gegen den niederländischen Vizemeister Eindhoven ein zweiter guter Schritt, dürfte der neue Cheftrainer, den Präsident Ancillo Canepa spätestens nach dem zweiten Duell mit Eindhoven in einer Woche (13. Oktober) gefunden haben sollte, eine deutlich weniger verunsicherte Mannschaft antreffen. Mit Becir Omeragic fällt nur noch eine Stammkraft der letzten Saison aus.

Quelle: ZüriToday / Jonathan Schoeffel

Auch Eindhoven hat Probleme

Ein Erfolgserlebnis täte dem FCZ auch mit Blick auf die nächsten Wochen gut. Elf Pflichtspiele stehen bis zum 13. November und dem Beginn der Winterpause noch auf dem Programm. Mit drei Punkten aus neun Spielen ist die Bilanz in der Super League mies. Dazu schied der Klub im Cup in der 2. Runde gegen den Challenge-Ligisten Lausanne-Sport aus.

Dass auch Eindhoven keine leichte Phase durchlebt, kommt dem FCZ entgegen. Die Niederländer müssen seit Wochen ohne den verletzten Captain Luuk de Jong auskommen und damit ohne einen Mittelstürmer. Dazu fehlen mehrere potenzielle Stammkräfte längerfristig.

Zuletzt resultierten ein durchwachsenes 1:1 zuhause gegen Bodö/Glimt in der Europa League, eine Niederlage in der Eredivisie gegen Twente Enschede sowie am letzten Wochenende gar ein 0:3 gegen den Abstiegskandidaten Cambuur.

(sda/mhe)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 5. Oktober 2022 16:20
aktualisiert: 5. Oktober 2022 16:21