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Radio-24-Moderator Luca Carecci: «Ich habe gemeint, ich kotze an den Pistenrand»

Engadin Skimarathon

Radio-24-Moderator Luca Carecci: «Ich habe gemeint, ich kotze an den Pistenrand»

17.03.2022, 14:56 Uhr
· Online seit 04.03.2022, 16:07 Uhr
Ufsteller-Moderator und Langlauf-Laie Luca Carecci hat sich in nur 2 Wochen auf den Engadin Skimarathon vorbereitet. «Shit! So schaff ich’s nie im Läbe», sagte Luca nach seiner ersten Langlaufstunde. Hier kannst du nachlesen, wie intensiv die Vorbereitung war, und siehst, wie sich Luca am Skimarathon geschlagen hat.

Quelle: Radio 24

Der Langlaufsport ist nicht erst seit Dario Cologna extrem beliebt in der Schweiz. Auch ausserhalb von Olympia begegnen sich viele Menschen auf der Loipe. Während der Lockdown-Zeit hat «Langloifle» einen extremen Boom erlebt.

Der Langlauf-Hype ist auch Ufsteller-Moderator Luca Carecci aufgefallen. Er meint: «So schwer kann Langlaufen ja nicht sein, wenn die Zürcher Hipster:innen alle Langlaufen gehen». Diese Aussage hätte er lieber nicht gemacht. Aus diesem Grund übernimmt ab hier Luca gleich selbst.

Quelle: Radio 24

Das ist das Logbuch von Luca Carecci:

Danke! Danke, für diese Übergabe. Ja, ich muss zugeben, ich bin selbst Schuld. Aber fangen wir von vorne an:

Ich habe gegenüber Nina Roost, meiner Moderationskollegin, erwähnt, dass Langlaufen ja wohl nicht so schwer sein kann. Das hat sie sich gemerkt und mich klammheimlich für den Engadin Skimarathon angemeldet. Und das, obwohl ich in meinem Leben noch nie auf Langlaufski gestanden bin. Das wird nicht einfach, da zu diesem Zeitpunkt der Marathon nur etwas mehr als zwei Wochen entfernt liegt. Aber natürlich nehme ich diese Challenge an! Gar keine Frage.

Aus diesem Grund schreibe ich hier ein kleines Logbuch, in dem ich meine – so hoffe ich – Fortschritte dokumentiere. Meinen «Leidensweg» gibt es auch im Vlog zum Anschauen und am Schluss, egal ob Erfolg oder Niederlage, als Videoreportage zum Anschauen.

Ski, Stöcke und Langlaufkleidung

Als allererstes brauche ich Material: Ski, Stöcke, Kleidung. Und eigentlich wäre ich ja eher der Typ, der etwas Günstiges zum Einstieg in die Sportart kauft. Nicht aber dieses Mal. Da ich selbst schon Handicap genug bin, brauche ich gutes Material. Freundlicherweise hilft mir das Langlaufcenter in Schindellegi dabei.

Das ist alles ziemlich schnell organisiert und ich bin ausgestattet. Jetzt kann ich mir eigentlich nur noch selbst im Weg stehen.

Das erste Mal auf Langlaufski

Jetzt kommt der erste, grosse Tag: Mein erstes Training auf dem Schnee. Dafür habe ich mir die beste Trainerin organisiert, die es überhaupt gibt (für mich). Barbara Flury betreibt in Davos eine Langlaufschule und ist selbst ehemalige Weltcup-Läuferin. Freundlich aber bestimmt führt sie mich in die Basics des Langlaufens ein. Es kommt so, wie es kommen musste: Nach den ersten fünf Metern liege ich im Schnee und komme nicht mehr hoch. Das sollte mir während der ersten Trainingsstunde noch mindestens sechs Mal passieren. Geschafft aber happy, beenden wir die Lektion. Erstaunlicherweise sieht Barbara Potential in mir. Genau so sieht sie aber auch, dass es für mich noch viel zu tun gibt. Je besser die Technik, desto kleiner die Anstrengung. Momentan habe ich weder Technik noch überdurchschnittliche Ausdauer.

Spielt der Körper mit?

Da es von Zürich aus nicht immer einfach ist, auf eine Loipe zu kommen, muss ich auf andere Weise trainieren. Vorbereitung im Kraftraum wird also mit ins Programm aufgenommen. Zum Glück habe ich einen Coach. Oder genauer gesagt: Zum Glück ist Moderationskollege Nick Laederach nebenbei auch noch Personaltrainer. Er hat sich erbarmt, mir zu helfen. Hier die wichtigsten Erkenntnisse zur Vorbereitung auf den Skimarathon:

Rudern, Velo, Joggen sind Trumpf. Am besten eignet sich ein Rudergerät zur effektiven Vorbereitung. Es aktiviert Arme, Beine und Rumpf, gleichzeitig schont es die Gelenke. Intervalltraining ist hier besonders effektiv. Den Puls für kurze Zeit in die Höhe jagen, dem Körper danach aber wieder eine Pause gönnen. Das während mehrerer Male hintereinander. Nebenbei die Arme, Beine und den Rumpf separat trainieren.

Erholung ist wichtig

Andere trainieren für den «Engadiner» schon ein halbes oder ganzes Jahr vorher, ich steige erst zwei Wochen vorher ein. Den Trainingsrückstand versuchen aufzuholen, ist kontraproduktiv. Erholung ist genau so wichtig wie das Training. Aus diesem Grund: 2 Tage Training, 1 Tag Pause.

Ernährung: «Ungesundes weglassen»

Ebenfalls sehr wichtig! Wenn ich viele Kalorien beim Langlaufen oder Rudern verbrenne, muss ich auch wieder «tanken». Das heisst: Nicht mit dem Essen sparen. Dabei alles «Ungesunde» weglassen, weil das hindert den Körper an der optimalen Vorbereitung. Was das Essen vor dem Wettkampf angeht, hat Nick auch da den passenden Tipp bereit. Am Morgen vor dem Marathon, leichtverdauliche Nahrung, zum Beispiel Vollkorn- oder sogar Weissbrot mit Butter und Confi. Eventuell sogar Pasta mit Tomatensauce oder Gemüse.

Der Kopf muss mitspielen

Ich habe schnell gemerkt, dass der Körper nicht alles ist. Wenn der Kopf nicht mitspielt, wird es schwierig. Vor allem habe ich noch nie eine solche Herausforderung gemeistert und weiss nicht, wie ich das mental angehen soll. Aus diesem Grund habe ich mich an einen Fachmann gewandt: Nico Nater ist Mentalcoach bei Sportmentalwerk. Eigentlich habe ich nur zwei Fragen: «Wie bereite ich meinen Kopf auf diese Anstrengung vor, wie schaffe ich das?»

Nico Nater: «Die Zielsetzung ist der erste, wichtige Punkt. Bei dir ist das übergeordnete Ziel klar: Du willst ins Ziel kommen. Du kannst aber noch weiter ins Detail gehen. Wir unterscheiden zwischen verschiedenen Arten von Zielen. Zum Beispiel ein Resultatziel, Medaillenplätze, ein Sieg, usw. Das macht bei dir in diesem Fall aber keinen Sinn. Besser wäre es, ein Prozessziel festzulegen, an dem du dich vor und während des Laufes festhalten kannst.»

Ich: Zum Beispiel hat mir meine Trainerin Barbara gesagt, lange Gleitphasen auf dem Ski und Lockerheit seien besonders wichtig.

NN: «Genau. Du setzt dir in der Vorbereitung und während des Laufs als Ziel, immer gut zu gleiten und locker zu bleiben. So hast du einen klaren Fokus. Als zweiter Teil kommt die mentale Wettkampfvorbereitung dazu. Du musst deine Rolle definieren. Du hast viele Rollen, bist Angestellter deiner Firma, Sohn deiner Eltern, usw. Aber in diesem Fall bist du Wettkämpfer und nur Wettkämpfer. Du schlüpfst vor dem Lauf in diese Rolle und lässt alle anderen Rollen los. So kannst du deinen Kopf befreien und leeren.»

Ich: Zweite Frage: Was muss ich machen, wenn während des Marathons der Gedanke aufkommt, ich schaff das nicht?

NN: «Das Wichtigste hast du schon: Du musst dich im Vorfeld damit auseinander setzen und dir bewusst sein, dass dieser Gedanke kommen könnte. Dann legst du dir eine Strategie bereit, wie du das überwindest. Im richtigen Moment greifst du darauf zurück. Das kann sein, dass du dir motivierende Worte merkst, an etwas (Definiertes) Positives denkst, oder zum Beispiel auch ein Lied singst. Dann ist wichtig, dass du dein Ziel aus der ersten Frage fokussiert, ein Bild im Kopf hast. Oder du könntest dieses Bild auch effektiv mit dabei haben, auf deine Flasche oder den Stock geklebt. So überwindest du den «Ich schaff das nicht»-Gedanken.»

Ich: Alles klar! Ich habe das theoretische Wissen bei den Fachleuten angezapft. Jetzt bleibt mir noch etwas mehr als eine Woche, um dieses auch effektiv umzusetzen. Ehrlicherweise muss ich sagen, habe ich jetzt noch grösseren Respekt vor der Aufgabe.

Der Engadin Skimarathon findet am Sonntag, 13. März statt. Ob ich es schaffe? Verfolgt meine Anstrengungen hier auf ZüriToday, Instagram von Radio24 und radio24.ch.


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veröffentlicht: 4. März 2022 16:07
aktualisiert: 17. März 2022 14:56
Quelle: ZüriToday

zueritoday@chmedia.ch