Bei Rücktritt

«Solange es kein ‹Es› ist» – Maurer provoziert mit queerfeindlicher Aussage

Bettina Zanni, 1. Oktober 2022, 00:03 Uhr
Bundesrat Ueli Maurer sagte bei seiner Rücktrittsankündigung über seine Nachfolge: «Solange es kein ‹Es› ist, geht es ja noch». User werfen ihm vor, non-binäre Menschen zu diskriminieren. Sich mit der modernen Gesellschaft zu befassen, sei nicht Maurers «Ding», findet ein Vertreter von Pink Cross.
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Finanzminister Ueli Maurer (SVP) macht Platz für einen neuen Bundesrat. Am Freitag gab er seinen Rücktritt bekannt. Eine weibliche Nachfolge für seinen Sitz hielt er an der Medienkonferenz für wahrscheinlich. Ob seine Nachfolge eine Frau oder ein Mann sei, sei ihm eigentlich gleich, sagte Maurer. Und er fügte an: «Solange es kein ‹Es› ist, geht es ja noch.» Seine Aussage siehst du im Video oben.

Mit dem Kommentar stiess der abtretende Bundesrat aus dem zürcherischen Hinwil viele Menschen vor den Kopf.

«Diskriminierende Äusserung über Non-Binäre»

«An seiner Medienkonferenz schafft es Ueli Maurer, sich indirekt (?) diskriminierend über non-binäre Menschen zu äussern», empört sich ein User auf Twitter.

Jonas Kampus, Sekretär der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSOA), beschimpfte den Bundesrat als «transphobes Ar*******». Es sei Zeit, dass sich dieser «verpisse».

Ein User schreibt: «Hallo, geits no, Ueli Maurer?» Den Kommentar bezeichnet er als «blanke Transphobie in Reinform der SVP». Ein weiterer wirft Maurer «Transphobie von höchster Stufe» vor.

«Dumme Aussage»

LGBTQ-Organisationen verurteilen Maurers Kommentar. «Die Aussage ist dumm und zeigt auch, wie Ueli Maurer auf nichts Lust hatte», sagt Roman Heggli, Geschäftsleiter von Pink Cross. Sich mit der modernen Gesellschaft zu befassen, sei «nicht sein Ding».

Eine grosse Sache solle daraus aber nicht gemacht werden, findet Heggli. «Maurer tritt zurück und das gibt neue Energie in den Bundesrat.»

Kritik übt auch Maria von Känel, Geschäftsleiterin vom Dachverband Regenbogenfamilien. «Mit einer solchen Aussage disqualifiziert Ueli Maurer eine bestimmte Gruppe von Menschen und schliesst sie aus.» Im Vordergrund müsse die Qualifikation einer Person stehen und nicht das Geschlecht eines Menschen.

Das Finanzdepartement will sich auf Anfrage zu den Aussagen von Maurer nicht äussern.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 30. September 2022 14:47
aktualisiert: 1. Oktober 2022 00:03