Schweiz

Sängerin aus Zürich singt über eine Zukunft ohne Angst auf dem Heimweg

Survival-Mode

Sängerin aus Zürich singt über eine Zukunft ohne Angst auf dem Heimweg

05.06.2022, 17:16 Uhr
· Online seit 04.06.2022, 20:11 Uhr
Den Hausschlüssel zwischen den Fingern eingeklemmt, das Telefon am Ohr. Traurige Routinen für viele Frauen, die nachts nach Hause laufen. Die Sängerin DANA singt in «Future Daughters» davon, was sie sich für alle künftigen Töchter wünschen würde – die Nacht zurück zu erobern.
Anzeige

Nachdem DANA eines Nachts nach Hause lief, Schlüssel zwischen den Fingern so getan hat, als würde sie telefonieren und immer wieder über die Schulter blickte,kam sie endlich zu Hause an. Und dort, in der Sicherheit ihrer vier Wände, wurde der jungen Frau bewusst, dass dieses Vorgehen für sie zur Routine geworden ist. «Ich dachte nur so, Shit. Dass das so normal geworden ist für mich, hat mich in dem Moment umgehauen und wütend gemacht», erzählt die Sängerin.

So normal geworden

Aus der Angst wurde Wut und ihr wurde immer bewusster, was das für eine Einschränkung im Leben vieler Menschen ist. Es sei wichtig zu betonen, dass es nicht so ist, dass Männer keine Probleme in dieser Hinsicht hätten. Bei weiblichen Personen sei das aber so eingebrannt, so normal.

Ihr neuster Song «Future Daughters» widmet sich dieser Thematik. Nicht in einer traurigen, angsterfüllten Weise sondern kraftvoll und positiv. DANA singt darüber, was sie sich für die zukünftigen Töchter dieser Welt wünschen würde, was alles möglich wäre, wenn sie sich bei Nacht genauso frei bewegen könnten wie bei Tag.

Es seien Dinge wie der Schlüsseltrick oder das Imitieren eines Telefonats, welche Frauen weltweit als Teil ihrer Erziehung mitbekommen, denn schon ihre Mütter und Grossmütter kannten sie und machten von ihnen Gebrauch.

«Anstatt dass die Welt in der Zwischenzeit ein sicherer Ort für alle geworden wäre, gehe ich wie meine Vorfahrinnen nachts weder spazieren noch joggen, trau mich nicht alleine reisen zu gehen.»

Hoffnungsvoller Song aus Frust und Wut entstanden

«Aus der Frustration über diese Einschränkungen habe ich mir angefangen zu überlegen, was wäre wenn», sagt die Sängerin über die Entstehung des Songs.

Auf Instagram hat die 24-Jährige ihre Community gefragt, ob sie dieses Gefühl kennen oder welche andere Taktiken angewandt würden. «Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass niemand dieses Gefühl kennt aber es gab mir auch das Gefühl, verstanden zu werden. Das gibt einem Hoffnung und Stärke», so die Sängerin.

Female Empowerment

Lieder zu schreiben ist für die studierte Musikerin sehr therapeutisch, wie sie erzählt: «Ich kann so komplexe Gefühle verarbeiten und schwierige Themen in Musik verwandeln, welche mir wiederum Kraft gibt. Bei «Future Daughters» konnte ich mich dem Gefühl hingeben, wie es wäre, wenn es anders sein könnte und das war mega schön.» Das ist auch der Grund, warum der Song trotz ernster Thematik nicht traurig oder schwer daher kommt. Er soll animieren, aufzustehen und auszubrechen.

Ihre Musik sei auch ihr grösstes politisches Sprachrohr und sie nutzt ihre Melodien und Texte um ihrer Überzeugung Ausdruck zu verleihen. Für die dreiteilige Dokumentation «Starke Frauen» von Rosanna Grüter steuerte sie den Titelsong «Speak Up» bei – ein Lied über sexualisierte Gewalt. «In den letzten 30 Jahren hat sich für Frauen sehr viel zum positiven verändert. Aber da geht noch mehr», davon ist sie überzeugt.

veröffentlicht: 4. Juni 2022 20:11
aktualisiert: 5. Juni 2022 17:16
Quelle: ZüriToday

Anzeige
Anzeige
zueritoday@chmedia.ch