«Hetzjagd» – ist es bald verboten, Polizeieinsätze zu filmen?
«Wenn das Vorgehen der Polizei jedes Mal derart krass verfälscht wird, darf ein Videoverbot von Polizeieinsätzen kein Tabu mehr sein», sagt Harald Zsedényi, Vizepräsident des Polizeibeamtenverbandes Basel-Stadt, in der «NZZ am Sonntag». Zsedényi kritisiert, dass die Polizei oftmals «bei einer normalen Kontrolle» gefilmt werde und der Videoausschnitt anschliessend eine Szene einer «eskalierenden Verhaftung» zeige, die ohne Kontext unverhältnismässig wirke. Im nationalen Verband wollen sich die Basler nun für ein generelles Filmverbot bei Polizeieinsätzen einsetzen.
Schlauchschals und Bodycams
Hintergrund sind Videoschnipsel auf Social Media, etwa von der Festnahme eines Jugendlichen, die vermeintliche Polizeigewalt zeigen. In Luzern sei kürzlich geprüft worden, Polizistinnen und Polizisten bei Einsätzen mit einem Schlauchschal vor der «Exposition im Netz» zu schützen, wie die «NZZ am Sonntag» weiter schreibt. Zudem wollen mehrere Kantone, Städte und die SBB-Transportpolizei das Tragen von Bodycams einführen.
«Regelrechte Hetzjagd»
Johanna Bundi Ryser, Präsident des nationalen Verbandes der Polizeibeamten, bestätigt gegenüber der Zeitung: «Viele Polizistinnen und Polizisten fühlen sich zunehmend als ‹Prügelknaben› der Nation und zum Teil auch von der Politik im Stich gelassen.» Von manchen Gruppierungen gehe «eine regelrechte Hetzjagd» aus.
Bundi Rysers Strategie: Sie tritt mit den Medien in Kontakt, die solche Videos aufschalten. Sie appelliert dazu, fair zu berichten. «Die Darstellung von eigentlich alltäglicher Polizeiarbeit ist noch nie in dem Masse entlgeist, wie jetzt gerade.»
Du willst keine News mehr verpassen? Hol dir jetzt die Today-App:
(lag)