Solidarität

Die Hälfte der Bücherwürmer denkt zuerst an sich

Bettina Zanni, 28. November 2022, 20:47 Uhr
Am Fair Friday konnten die Kundinnen und Kunden vom Buchhändler Orell Füssli ihren Rabatt zugunsten eines guten Zwecks abgeben. Der Buchhändler zieht eine positive Bilanz. Doch diese trügt auch etwas.
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Unzählige Menschen jagten am Black Friday Schnäppchen nach. Gleichzeitig führten 220 Geschäfte in der Schweiz den Fair Friday durch: Anstatt vom Black-Friday-Rabatt zu profitieren, konnten Konsumenten diesen für einen guten Zweck einsetzen.

Mit der Buchhandlung Orell Füssli war zum dritten Mal seit 2019 auch einer der grossen Detailhändler dabei. Die Kundinnen und Kunden konnten in den Filialen am Fair Friday entscheiden, ob sie 20 Prozent des Rechnungsbetrags an Caritas spenden oder den Rabatt auf ihren Einkauf erhalten wollten. Den Betrag spendete Orell Füssli vollumfänglich Projekten der Caritas für Armutsbetroffene.

Anteil sei leicht höher als 2021

«Rund die Hälfte unserer Kundschaft hat sich zugunsten der Spende für die Caritas entschieden», sagt Alfredo Schilirò, Mediensprecher der Orell Füssli Thalia AG. Dies sei ein leicht höherer Anteil als 2021. Auch der gespendete Gesamtbetrag sei höher als derjenige vom Vorjahr. Konkrete Beträge kommuniziere das Unternehmen aber nicht.

Schilirò vermutet, dass immer mehr Menschen grundsätzlich eine bewusste Alternative zum Black Friday nutzen und an diesem Tag auch ein Zeichen setzen möchten.

50 Prozent haben Rabatt selbst eingeheimst

Geht es nach Schilirò, ist die diesjährige Fair-Friday-Aktion «sehr erfreulich» verlaufen. So positiv diese Nachricht klingt, so negativ kann sie aber auch aufgefasst werden: Wenn rund die Hälfte den Rabatt zugunsten von Caritas abgegeben hat, haben ebenso viele Kunden zuerst an sich gedacht – und den Rabatt eingeheimst.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 28. November 2022 20:29
aktualisiert: 28. November 2022 20:47